Erstellt am 11. November 2011, 14:29

OeNB: Wurden von OeBS-Geschäftsführung belogen. Die Oesterreichische Nationalbank beharrt auf ihrer Darstellung, wonach die Geschäftsführung ihrer Tochter Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH (OeBS) den Aufsichtsrat im Zusammenhang mit vermuteten Schmiergeldzahlungen bei der Akquirierung von Aufträgen falsch informiert habe

Die Oesterreichische Nationalbank beharrt auf ihrer Darstellung, wonach die Geschäftsführung ihrer Tochter Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH (OeBS) den Aufsichtsrat im Zusammenhang mit vermuteten Schmiergeldzahlungen bei der Akquirierung von Aufträgen falsch informiert habe. Die gegenteilige Behauptung sei eine "leicht durchschaubare Verteidigungsstrategie" der gefeuerten OeBS-Geschäftsführer.

Auf den Bericht der Tageszeitung "Kurier", wonach die im OeBS-Aufsichtsrat sitzenden OeNB-Direktoren laut Sitzungsprotokollen sehr wohl über "Provisionszahlungen" bzw. "Kommissionen" im Zusammenhang mit lohnenden Aufträgen informiert gewesen seien, wollte ein Nationalbank-Sprecher am Freitag gegenüber der APA nicht inhaltlich eingehen. Man wolle "die Ermittlungen nicht beeinträchtigen", heißt es.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Thomas Vecsey, bestätigte der APA, dass gegen die früheren OeBS-Geschäftsführer wegen des Verdachts auf vorsätzliche Fehlinformation des Aufsichtsrates (Paragraph 122 GmbH-Gesetz) ermittelt werde. Sollte sich im Zuge dieser Ermittlungen herausstellen, dass der OeBS-Aufsichtsrat sehr wohl über Schmiergeldzahlungen ("Provisionen") informiert war, würde dies im Umkehrschluss bedeuten, dass sich die Aufsichtsräte des Beitrags zur Bestechung strafbar gemacht haben könnten.