Erstellt am 04. Oktober 2011, 08:50

Österreich als Headquarter-Standort gut unterwegs. Um die Attraktivität Österreichs als Standort für regionale Firmenzentralen zu erhalten, müssten die Rahmenbedingungen laufend nachjustiert werden.

Dies forderten Wirtschaftsminister Mitterlehner sowie Spitzenmanager am Montagabend beim "Headquarters Dialog". Seit September 2009 siedelten sich 22 regionale Firmenzentralen in Österreich an, acht Firmenzentralen verließen das Land.

Mit 303 Headquarters sei man gut unterwegs, so Mitterlehner. Zum Vergleich: Polen, die Slowakei, Tschechien und Ungarn kommen zusammen auf 84.

Die Ansiedlung von Headquarters sei "eine Schlüsselfrage für den Standort Österreich", so der Minister in seiner Eröffnungsrede. Um Österreich auch weiterhin konkurrenzfähig zu halten, nannte Mitterlehner als Ziele unter anderem die Senkung der Steuer- und Abgabenquote, aber auch der Fachkräftenachwuchs sollte gesichert werden.

Firmenzentralen brauchen Berechenbarkeit, "Stabilität ist nicht zu unterschätzen", meinte Monika Kircher-Kohl, Vorstandsvorsitzende von Infineon Austria, bei der anschließenden Podiumsdiskussion. Das Festhalten an der Gruppenbesteuerung aber auch die Forschungsprämie seien für ihr Unternehmen von großer Bedeutung. Andererseits seien Headquarters für den Wirtschaftsstandort Österreich wichtig. Infineon werde allein heuer 200 Millionen Euro in Österreich investieren und 500 Arbeitsplätze schaffen, sagte sie.

Für Mike Borze, Vizepräsident von BenQ Europe, ist Österreich dagegen zu klein und zu wenig attraktiv, um Firmenzentralen aus den USA oder Asien anzulocken. Da habe die Schweiz aufgrund besserer Rahmenbedingungen die Nase vorn. Dort sind Borze zufolge in den letzten zehn Jahren mehr als 80 Headquarters eröffnet worden. Österreich könne aber auch von Taiwan lernen, das als Sprungbrett für den chinesischen Raum gilt.