Erstellt am 06. Oktober 2011, 12:42

Österreich bei Spitzensteuersatz in Europa Vierter. Eine Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG belegt, dass der heimische Spitzensteuersatz recht hoch ist. Mit 50 Prozent liegt Österreich im Europa-Vergleich auf Rang vier, hinter Schweden (56,6), Dänemark (55,4) und den Niederlanden (52). Die effektive Steuerbelastung ist allerdings - dank der günstigen Besteuerung des 13. und 14. Gehalts - vergleichsweise moderat.

Sie ist in elf europäischen Ländern höher als in Österreich. Denn die durchschnittliche Belastung durch Einkommenssteuer und Sozialversicherung macht für ein Jahreseinkommen von 100.000 Dollar in Österreich 38,4 Prozent aus - was deutlich weniger ist als beim Spitzenreiter Belgien (47,9 Prozent). Aber auch in Deutschland (43), Frankreich (42) oder Griechenland (43,5) ist mehr für Steuer und Sozialversicherung abzuführen. Im weltweiten Vergleich von 96 Ländern liegt Österreich auf Rang 16.

Den weltweit höchsten Spitzensteuersatz gibt es übrigens auf der kleinen Karibikinsel Aruba, mit 59 Prozent. Das ist auch das einzige außer-europäische Land mit mehr als 50 Prozent Spitzensteuersatz - insgesamt führt hier im Regionenvergleich Westeuropa mit einem Durchschnitts-Satz von 45 Prozent. Wie Österreich 50 Prozent weisen auch Belgien und Großbritannien sowie Japan aus.

Für KPMG sind diese Ergebnisse ein Anlass, sich "ganz entschieden" gegen eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes auszusprechen. Der Spitzensteuersatz sei im Standortwettbewerb entscheidend, der effektive Steuersatz hingegen wenig sichtbar. Außerdem habe die Studie "Individual Income Tax and Social Security Rate Survey" auch gezeigt, dass die G-20-Länder weitgehend noch keine Veränderungen vornehmen. Nur Spanien habe 2011 eine neue Steuerklasse für Bezieher höherer Einkommen geschaffen und den Steuersatz 2011 von 43 auf 45 Prozent erhöht.