Erstellt am 18. Mai 2011, 05:15

Österreich fiel als Wirtschaftsstandort zurück. Die Unmutsäußerungen aus der Wirtschaft über die politische Lage in Österreich reißen nicht ab. "So geht es nicht weiter" sagte der Präsident der Industriellenvereinigung, Veit Sorger.

Die Industriellen seien "bereit zu investieren und Vermögen einzusetzen", aber es müsse eine "Balance" geben. Österreich sei seit 2010 im Ranking von Wirtschaftsstandorten von Rang 14 auf 18 zurückgefallen.

"Wir wollen uns nicht jeden Tag beschimpfen lassen, dass wir Abzocker sind und Steuergeschenke erhalten". Sorger verwies auf den World Competitiveness Report des Schweizer Instituts IMD, wo jährlich die Qualität von 59 Staaten als Wirtschaftsstandort verglichen wird. 2007 sei Österreich sogar noch auf Platz 11 gelegen. Das seien "dramatische Einbußen". Bezüglich Effizienz der Regierung habe es unter der Großen Koalition in vier Jahren einen Absturz von Rang 10 auf 27 gegeben. "So schnell kann es gehen" vermerkt Sorger. Die Effizienz der Unternehmen stehe hingegen auf Platz 20. Die Industrie sei nicht Schuldige, sondern Leidtragende.

Auch in einem Vergleich der dänischen Industriellenvereinigung liege Österreich als Vierzehnter unter 33 Staaten nur im Mittelfeld. Bei Kosten und Besteuerung sowie bei Unternehmen und Unternehmertum kommt Österreich in der dänischen Berechnung auf Platz 22, bei Wissen und Kompetenz auf 15. Pluspunkt ist vor allem Internationalisierung und Offenheit (Platz 6).

In Österreich, wo nur 2,5 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung ein Unternehmen starten, dauere es 28 Tage, ein Unternehmen zu gründen. Das sei die viertlängste Zeit unter den untersuchten Staaten. Risikokapital sei schwer zu finden, der Stundenlohn in der Sachgütererzeugung der vierthöchste, die Steuer- und Abgabenbelastung die sechsthöchste. Außerdem habe man in Österreich die vierthöchste Abgabenbelastung der Löhne - und die zweithöchsten Stromabgaben für die Industrie.