Erstellt am 13. März 2012, 14:38

Österreicher aßen 2011 weniger Frischwaren. Die Essgewohnheiten der Österreicher haben sich verändert. "Die Menschen essen generell weniger als früher und öfter außer Haus", sagte die Leiterin der AMA-Marktforschung, Micaela Schantl, am Dienstag. Fleisch beispielsweise werde bereits öfter außer Haus als zu Hause gegessen.

Im Vorjahr wurden (mengenmäßig) um zwei Prozent weniger Frischeprodukte wie Gemüse, Obst, Eier, Milchprodukte, Wurst und Fleisch gekauft als 2010. Die Umsätze mit diesen Produkten stagnierten bei rund 4 Mrd. Euro (+0,5 Prozent). Aufgrund der EHEC-Krise gab es bei Obst, Gemüse und Erdäpfeln Umsatzeinbußen von 5,2 Prozent, die Umsätze mit Milch und Milchprodukten (+3,6 Prozent) sowie Fleisch und Wurst (+1,6 Prozent) hingegen legten zu. Stark nachgefragt wurde fertig mariniertes Fleisch und Faschiertes. Bei Eiern kam es bedingt durch sinkende Preise zu einem Rückgang der Erlöse um 3,7 Prozent. Der Anteil von Heumilchprodukten stieg weiter.

Weiterhin hoch ist der Anteil der Produkte, die zu Aktionspreisen verkauft werden. Rund ein Viertel der Frischeprodukte wurde dann gekauft, wenn es entsprechende Aktionen gab. Von 2010 auf 2011 haben die Aktionsanteile bei allen Produktgruppen zugelegt, besonders deutlich von 18,7 auf 21,5 Prozent bei Obst, Gemüse und Erdäpfel. Während der EHEC-Krise waren diese Produkte nämlich stark verbilligt. Zu den Top-Aktionsprodukten zählten im vergangenen Jahr Himbeeren, Milchmischgetränke, Schweinefleisch und Fruchtjoghurts.

AMA-Marketing-Geschäftsführer Stephan Mikinovic bereitet die zunehmende "Aktionitis" Sorgen: "Die Menschen kaufen dann mehr als sie brauchen und schmeißen vieles weg." Einer Studie der Universität für Bodenkultur (Boku) zufolge wirft jeder Haushalt im Jahr im Schnitt Lebensmittel im Wert von 400 Euro in den Müll.

Die Konzentration im Handel ist im Vorjahr erneut gestiegen. Die drei "großen" am Markt - Rewe, Spar und Hofer - kamen 2011 bereits auf einen Anteil von 84,9 Prozent (nach 82,3 Prozent).