Erstellt am 24. Oktober 2012, 12:13

Österreicher bauen weniger Eigenheime. Die gedämpfte wirtschaftliche Entwicklung wirkt sich allmählich auch auf den Wohnungsneubau aus. Das Wirtschaftsforschungsinstitut prognostiziert für heuer und 2013 einen leichten Rückgang der Baubewilligungen.

Vor allem bei Einfamilienhäusern halten sich die Österreicher zurück - auch vor dem Hintergrund steigender Arbeitslosigkeit.

Insgesamt liegt Österreich aber mit heuer 5,1 und nächstes Jahr 4,9 Baubewilligungen je 1.000 Einwohner deutlich über dem Schnitt von 19 europäischen Ländern. Dieser liegt laut Wifo-Angaben vom Mittwoch bei 3,3 Einheiten.

Heuer werden die Baugenehmigungen in Österreich um rund 1 Prozent auf etwa 42.800 Einheiten zurückgehen. Der größere Teil, nämlich 23.800 Einheiten, entfällt dabei auf Wohnungen in Mehrgeschoßbauten.

Das Minus (300 Einheiten auf 19.000) ist hauptsächlich auf den Einfamilienhausbereich zurückzuführen. Trotzdem liegt das Niveau damit noch deutlich über dem langjährigen Durchschnitt, "denn Immobilien werden - insbesondere angesichts des niedrigen Zinsniveaus - als wertbeständige Anlage gesehen", so das Wifo. In der Krise hat sich dieses Segment in Österreich "auffallend stabil" entwickelt. Nächstes Jahr dürften dann 500 Häuser weniger gebaut werden. Grund: Die zunehmende Arbeitslosigkeit.

Im Mehrgeschoßwohnungsneubau haben bisher die vor allem in Städten drastisch gestiegenen Immobilienpreise einen stärkeren Einbruch verhindert. Die geplanten Kürzungen bei der Wohnbauförderung dürften aber 2013 zu einem vierprozentigen Rückgang auf 22.900 Einheiten führen, erwartet das Wirtschaftsforschungsinstitut. Insgesamt dürften nächstes Jahr 41.400 Baubewilligungen erteilt werden, nach 42.800 heuer und 43.200 im Jahr 2011. 2008, im Jahr, als die Finanzmarktkrise ausbrach, waren es erst 38.100 oder 4,6 Bewilligungen je 1.000 Einwohner gewesen.