Erstellt am 14. September 2011, 14:20

Österreicher relativ gering verschuldet. Die privaten Haushalte in Österreich stehen im internationalen Vergleich gut da: In Westeuropa haben nur die Belgier weniger Schulden als die Österreicher. Das geht aus dem aktuellen Allianz "Global Wealth Report" hervor, der Vermögen und Schulden der privaten Haushalte in 50 Ländern analysiert.

Im Umgang mit privaten Schulden habe bei den Haushalten ein Umdenken eingesetzt, betont der Chef der Allianz-Gruppe Österreich, Wolfram Littich. Die Schuldenquote (Schulden der privaten Haushalte in Prozent des BIP) habe sich global seit Ende 2007 um 3,5 Prozentpunkte auf 67 Prozent verringert. Es gebe allerdings große regionale Unterschiede, die eng mit der Vermögenshöhe korrelieren. Private Verschuldung sei vor allem ein Problem der reicheren Länder, wo die Schuldenquote im Durchschnitt bei 88 Prozent liegt. In den ärmeren Ländern liege sie dagegen gerade einmal bei 20 Prozent.

Gäbe es ein Maastricht-Ziel für private Haushalte, so wären die Österreicher im Europavergleich mit einer privaten Schuldenstandsquote von 57,7 Prozent westeuropäischer Musterschüler, nur übertroffen von den Belgiern (55,7 Prozent), so Littich. Auf den Plätzen drei und vier folgen die Italiener (58,0 Prozent) und die Deutschen (61,6 Prozent). Den höchsten privaten Schuldenstand haben die Dänen (153,0 Prozent).

Das globale Brutto-Geldvermögen kletterte laut der Studie 2010 um 6,2 Prozent auf insgesamt 95.300 Milliarden Euro. Damit wurde der bisherige Rekordwert des Jahres 2007 übertroffen. Mit einem durchschnittlichen Brutto-Geldvermögen von 59.346 Euro pro Kopf gehört Österreich erwartungsgemäß zu den reicheren Ländern. Allerdings rangiert es nur auf Platz 18 der Rangliste der reichsten Länder, direkt hinter Deutschland. Wie im vergangenen Jahr rangiert die Schweiz mit 207.393 Euro auf Platz eins. Auf den Plätzen 2 bis 5 folgen die USA, Japan, Dänemark und die Niederlande.