Erstellt am 26. August 2011, 12:33

Österreicher sind keine Online-Schnäppchenjäger. Die virtuelle Schnäppchenjagd boomt. Weltweit schießen Rabattportale aus dem Boden. Hierzulande ist das Interesse allerdings verhalten: "Österreich ist kein Schnäppchenland", so Konrad Kreid, Verkaufsdirektor von Groupon Österreich. Der Österreicher sei im Vergleich zum deutschen Nachbarn "qualitätsbewusster", meint auch Markus Pichler, Geschäftsführer von DailyDeal Österreich.

Das Geschäft mit dem virtuellen Gutschein ist simpel: Jeden Tag senden die Rabattdienste registrierten Nutzern via E-Mail Angebote zu. In der Regel wird ein Rabatt von 50 Prozent gewährt, manchmal auch mehr. Zeigen genügend Nutzer Interesse, findet der "deal" statt. Sind es zu wenige, wird er abgeblasen. Kosten entstehen dabei weder für User noch Anbieter. Die Rabattportale fungieren somit als Vermittler zwischen Kunde und Anbieter. Für abgeschlossene "deals" bekommen sie Provisionen.

Für Thomas Funke von der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) ist das virtuelle "Couponing" kein "nachhaltiges Werbemodell". Problematisch sieht Funke auch die Dreieckskommunikation zwischen Anbieter, Gutscheindienst und Kunde. Dies könne zu schlechtem Service und Qualität führen.

Während das Schnäppchenfieber in anderen europäischen Ländern und insbesondere den USA schon vor rund drei Jahren ausgebrochen ist, wurden die ersten österreichischen Schnäppchenportale erst 2010 gegründet. Neben kleineren österreichischen Plattformen wie TeamDeal, DealLx oder DealHeute, ein Ableger der Gratiszeitung "heute", sind die international tätige Rabattplattform Groupon sowie der in Deutschland und der Schweiz aktive Online-Gutscheindienst DailyDeal die größten Player am heimischen Markt.

DailyDeal hatte Mitte Juli von immerhin 37.000 verkauften Gutscheinen und einem Umsatz in der Höhe von rund 2,2 Mio. Euro für das zweite Quartal 2011 berichtet. Geschäftsführer Pichler will den Absatz bis Jahresende noch steigern. DailyDeal peilt einen Umsatz von 12 Mio. Euro an.