Erstellt am 29. August 2012, 12:29

Österreicher stoßen riskante Frankenkredite ab. Häuslbauern, die Ende der 1990er Jahre einen Frankenkredit aufgenommen haben, fällt die starke Aufwertung der Schweizer Währung im Vergleich zum Euro nunn auf den Kopf, da die meisten Fremdwährungskredite endfällig sind und sich die Schulden massiv erhöhen. Seit Ausbruch der Krise setzt die Finanzmarktaufsicht auf Schadensbegrenzung und Banken überreden ihre Kunden zum Wechsel in Eurokredite.

Die Maßnahmen scheinen zu greifen; das aushaftende Volumen an Fremdwährungskrediten privater Haushalte gehe weiterhin "spürbar" zurück, teilte die FMA am Mittwoch mit. Zum Ende des zweiten Quartals 2012 waren 35,6 Mrd. Euro an Fremdwährungskrediten aushaftend, das sind wechselkursbereinigt 9,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im Vergleich zum Vorquartal schrumpfte das Volumen um 3,7 Prozent.

Die FMA hatte im Herbst 2008 die Neuvergabe von Fremdwährungskrediten verboten. Seit damals ging das Volumen um 25,3 Prozent oder 12,0 Mrd. Euro zurück. "Damit fiel der Fremdwährungsanteil an den gesamten Krediten privater Haushalte Mitte 2012 auf 27 Prozent, dem tiefsten Wert seit acht Jahren", so die Finanzmarktaufsicht.

Die zunehmende Konvertierung von Franken- in Eurokredite habe sicherlich auch damit zu tun, "dass die Schweizer Nationalbank den Wechselkurs des Schweizer Franken zum Euro trotz weiterhin massiven Aufwertungsdrucks bis auf weiteres bei 1,20 verteidigt", so die FMA-Chefs Helmut Ettl und Kurt Pribil.

Ende der 1990er Jahre hat rund eine Viertelmillion Österreicher einen Frankenkredit aufgenommen, um das Eigenheim zu finanzieren. Die meisten Frankenkredite sind endfällig - zum Wechselkursrisiko kommt die Gefahr dazu, dass der Tilgungsträger weniger abwirft als erwartet, am Ende der Laufzeit also zu wenig Geld da ist, um die Schulden zu bedienen. Konsumentenschützer haben dieses Modell scharf kritisiert, sind aber gleichzeitig gegen die - oft teure - Zwangskonvertierung auf die Barrikaden gestiegen.