Erstellt am 12. Juni 2012, 12:59

Österreicher zahlen am liebsten bar. Das beliebteste Zahlungsmittel in Österreich ist nach wie vor das Bargeld. Mit der Karte (Bankomat- oder Kreditkarte) zahlen die Österreicher im Schnitt vier Mal pro Monat. Im europäischen Vergleich befinden wir uns damit im Mittelfeld.

"Grund für die weiterhin hohe Bargeldaffinität in Österreich ist sicher auch die Möglichkeit, leicht und kostenfrei an Bargeld zu kommen. In anderen Ländern werden hierfür mitunter hohe Gebühren verrechnet", hält das Beratungsunternehmen Capgemini in einer aktuellen Studie zum österreichischen Kartenmarkt fest. Die meisten Österreicher griffen auch zur Bankomatkarte, um Bargeld abzuheben, anstatt damit direkt zu bezahlen. Die jährlichen Kosten der Bargeldabhebung für den Euroraum werden auf 40 bis 45 Milliarden Euro geschätzt. In Schweden, Finnland und Dänemark werden Karten fast drei Mal so häufig verwendet wie in Österreich.

Als Hauptgründe für Bargeldzahlungen werden gemäß einer OeNB-Umfrage aus dem Jahr 2010 Gewohnheit und das Empfinden, dass für die jeweiligen Beträge Bargeld das optimale Zahlungsmittel ist, genannt. Aber auch eine bessere Übersicht über die eigenen Finanzen, ein einfacherer Umgang und dass die Zahlung mit Bargeld schneller geht als mit Karte werden als Gründe ins Treffen geführt.

Beträge bis zu zehn Euro werden hierzulande fast ausschließlich bar bezahlt. Insbesondere ältere Menschen und die ländliche Bevölkerung zahlen tendenziell lieber bar als mit Karte, geht aus der Capgemini-Untersuchung hervor. Nichtsdestotrotz verfügen Schätzungen zufolge mehr als 85 Prozent aller Österreicher (über 15) über bargeldlose Zahlungsfunktionen. Das Volumen der Internetzahlungen sei weiter angestiegen, was auch die Kartenverwendung erhöhe, heißt es. Für kleinere Transaktionen von im Schnitt 50 Euro wird die Bankomatkarte verwendet, für höhere Einkäufe die Kreditkarte.