Erstellt am 22. Oktober 2013, 14:50

Österreichern bleibt weniger zum Sparen. Den Österreichern ist in der jüngsten Vergangenheit immer weniger zum Sparen übrig geblieben.

Die Sparquote ist in den letzten vier Quartalen auf ein Rekordtief von 5,2 Prozent gefallen. Das liegt deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von rund 10 Prozent. Grund dafür sind einerseits geringere real verfügbare Nettoeinkommen, andererseits anteilsmäßig gleichbleibende Investitionen. 

Für Andreas Ittner, Direktor der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), ist der Rückgang der Sparquote kein Grund zur Traurigkeit: "Das wird von uns begrüßt. Wir haben kein Angstsparen, das unterstützt die Konjunktur", sagte Ittner am Dienstag. Ziel der derzeitigen Niedrigzinspolitik in der Eurozone sei ja nicht, das Sparen zu fördern, sondern Investitionen in die nur langsam wachsende Realwirtschaft zu unterstützen, betonte Ittner. Durchschnittlich erhielten die Sparer im August für täglich fällige Einlagen nur mehr 0,40 Prozent Zinsen.

Real verfügbares Einkommen gesunken

Die real verfügbaren Einkommen der österreichischen Haushalte sind laut Nationalbank zum Halbjahr 2013 auf Jahressicht um 1,3 Prozent zurückgegangen, das reale Wachstum der Konsumausgaben sackte auf die Nulllinie ab. Bereits seit 2008, dem Ausbruch der Finanzkrise, ist die Sparquote von über 12 Prozent laufende auf derzeit 5,2 Prozent zurückgefallen, das ist ähnlich hoch wie im Durchschnitt des Euroraums. Für das Gesamtjahr erwartet die Nationalbank wieder das Vorjahresniveau von 7,4 Prozent.

Mit 3 Prozent des verfügbaren Einkommens wurde auch weniger als vor der Krise in Finanzanlagen investiert. Weitere 3,5 Prozent verwendeten die Haushalte für realwirtschaftliche Investitionen, also den Kauf von Anlagen, Immobilien oder Wertgegenständen inklusive Gold. Der Abstand zwischen Investitionen in Finanzanlagen und realwirtschaftlichen Investitionen ist in den letzten fünf Jahren deutlich zurückgegangen. Die Haushalte haben sich auch weniger verschuldet.

Ende Juni 2013 belief sich das gesamte Finanzvermögen der österreichischen Haushalte auf 490 Mrd. Euro nach 480,4 Mrd. Euro ein Jahr davor und 488,8 Mrd. Euro zu Jahresbeginn. Das Plus von 1,9 Prozent lag unter der Juni-Inflationsrate von 2,2 Prozent. Rund 3,7 Mrd. Euro entfielen per Saldo auf den Anstieg der Marktpreise. Seit dem Beginn der Finanzkrise haben sich die buchmäßigen Gewinne und Verluste nunmehr beinahe ausgeglichen, betonte Ittner.