Erstellt am 17. November 2011, 09:21

Österreichische Comtel Air in Turbulenzen. Die österreichische Bedarfsfluggesellschaft Comtel Air, die seit Oktober von Birmingham via Wien nach Amritsar in Indien fliegt, musste den Flugbetrieb vorerst einstellen.

Am Dienstag kam es am Flughafen Wien zum Eklat: Die Passagiere wurden zu Geldautomaten geschickt, um die Schulden zu zahlen, sonst würde der Flieger nicht nach Birmingham weiterfliegen. Sogar die Polizei wurde eingeschaltet.

In der britischen Tageszeitung "Daily Mail" erzählte einer der betroffenen Passagiere: "Niemand hat uns etwas gesagt. Sie wollten das ganze Geld in bar. Jeder war wütend." Mehr als sechs Stunden verbrachten die Fluggäste in Wien, die von Zahlungsschwierigkeiten berichteten. Gegenüber der APA sagte der Geschäftsführer von Comtel Air, Richard Fluck, dass die letzte Leasingrate vom Reiseveranstalter an die Flugzeugleasingfirma nicht bezahlt worden sei und sich die Leasinggesellschaft Mint Airways daher geweigert habe, nach Birmingham zu fliegen.

Mint Airways mit Sitz in Madrid stellt Crew und Flugzeuge für Comtel. Bezahlt werde das geleaste Flugzeug direkt von einem britischen Reiseveranstalter namens Afponwury Limited. Laut Fluck sind vor zehn Tagen erstmals Rechnungen verspätet beglichen worden. Als die letzte Leasingrate nicht fristgerecht gezahlt wurde, sah sich Comtel Air gezwungen, sich aus dem Flugbetrieb zurückzuziehen.

Das ist am Dienstag in Wien geschehen. Eine Wochenendrotation mit vier Flügen koste ungefähr 450.000 Euro. Comtel sehe das Geld gar nicht. Die Zahlungen werden direkt zwischen Afponwury und Mint Airways abgewickelt. Dass die Passagiere in Wien ihr Bankkonto plündern mussten, habe mit Comtel Air nichts mehr zu tun gehabt, so Fluck. Die Zahlungsschwierigkeiten gebe es beim Reiseveranstalter.

Mint Airways wollte mit der Boeing 757 eigentlich nach Madrid zurückkehren. Die Passagiere streikten und wollten nach Hause. Der Pilot hat schlussendlich angeboten, für 150 Euro pro Person "einen Umweg" nach Birmingham zu fliegen. So kam es zu der Situation, dass die Passagiere sämtliches Bargeld zusammenkratzten, um doch noch weiterzufliegen. Insgesamt waren es 23.400 Euro.