Erstellt am 29. Mai 2011, 12:13

Österreichischer Anbieter verzichtet auf Atomstrom. Der Stromanbieter MyElectric ändert seine Einkaufspolitik und nimmt Abschied von Atomstrom. In Zukunft wird die Tochter von Salzburg AG und Tiwag ihre Zukäufe von europäischem Strom-Mix schrittweise reduzieren.

Spätestens 2013 sollen gar keine Zukäufe von europäischem Strom-Mix mehr durchgeführt werden, da dieser Mix immer auch einen bestimmten Anteil von Strom aus Atomkraftwerken enthält.

Damit werde MyElectric an seine Kunden dann ausschließlich kernkraftfreien Strom liefern, erklärte Geschäftsführer Henglmüller am Sonntag anlässlich einer internen Präsentation der künftigen Firmenstrategie. Bisher hat die vor zehn Jahren gegründete MyElectric einen Teil ihrer Elektrizität über die europäische Strombörse eingekauft. Der europäische Strom-Mix (enso-e-Mix) enthalte aber immer auch einen Anteil an Kernenergie, rund 28 Prozent. Schon in den vergangenen Jahren habe man begonnen, den Einkauf von europäischem Strom-Mix zu reduzieren, "da unsere Kunden Wert darauf legen, Strom aus umweltfreundlichen Quellen zu beziehen. Diesen Weg gehen wir nun konsequent weiter", so Henglmüller.

2010 stammten bei MyElectric noch 84 Prozent des an Endkunden gelieferten Stroms aus dem entso-e-Mix, 2011 habe sich dieser Anteil bereits auf 39 Prozent reduziert. Für 2012 werde eine weitere maßgebliche Reduktion angestrebt. MyElectric will spätestens 2013 ausschließlich absolut kernenergiefreien Strom liefern. So lang dauert es, da die Beschaffungen Jahre im Voraus getätigt werden.

Die 50:50-Tochter von Salzburg AG und Tiwag versorgt etwa 20.000 Kunden in Österreich mit Energie, etwa die Hälfte davon sind Strom-Kunden. 2010 erzielte MyElectric 61 Mio. Euro Umsatz.