Erstellt am 19. Januar 2012, 16:13

Österreichs Agrarexport stieg 2011 um 16 Prozent. Die heimischen Bauern und Nahrungsmittelhersteller haben 2011 das zweitgrößte Exportplus seit 1995 verzeichnet. Die Ausfuhr von Agrarprodukten legte um 16,1 Prozent auf 9,03 Mrd. Euro zu.

Die Exportmenge stieg nur um 4 Prozent auf 8,1 Mio. Tonnen. Stephan Mikinovic, AMA-Marketing-Geschäftsführer, erklärte die Umsatzsteigerung mit hohen Rohstoff- und Energiepreisen sowie gestiegenen Lohnkosten.

Erstmals wurde bei den Lebensmittelexporten sowie -importen die Schallmauer von 9 Mrd. Euro durchbrochen, zeigte sich der AMA-Marketing-Chef erfreut. Allein 2 bis 2,5 Mrd. Euro machten 2011 die Ausfuhren des heimischen Energy-Drink-Herstellers Red Bull aus. Die heimischen Lebensmittelimporte erhöhten sich im vergangenen Jahr um 8,6 Prozent auf 9,42 Mrd. Euro. "In ein, zwei Jahren könnte die Handelsbilanz ausgeglichen oder umgedreht werden", erwartet der AMA-Marketing-Chef.

Ein Drittel der österreichischen Lebensmittelexporte gingen im vergangen Jahr nach Deutschland. Die Ausfahren dorthin legten um 11,4 Prozent auf 2,92 Mrd. Euro zu. Zweitwichtigster Exportmarkt nach Deutschland ist Italien mit einem wertmäßigen Anteil von 12,8 Prozent. Italien ist für Österreich wichtigster Absatzmarkt für Rind- und Schweinefleisch. Wegen der hohen Nachfrage nach Schweinebäuchen ist Südkorea bereits der zweitwichtigste Exportmarkt für heimisches Schweinefleisch.

In die osteuropäischen EU-Staaten gingen 2011 rund 17,9 Prozent der heimischen Lebensmittelexporte. Die Ausfuhren nach Tschechien erhöhten sich besonders deutlich auf 295,9 Mio. Euro (+21,5 Prozent) und nach Ungarn auf 433,3 Mio. Euro (+19,1 Prozent). In die restlichen EU-15-Staaten gingen 13,8 Prozent der wertmäßigen Exporte.

Erstmals wurden 2011 mehr als 50.000 Tonnen Käse aus Österreich nach Deutschland exportiert und damit 228 Mio. Euro (+14,6 Prozent) erlöst. Damit ist Österreich der viertgrößte Käseexporteur am deutschen Markt, nach Holland, Frankreich und Dänemark.

Bei Geflügel wird noch immer mehr aus Deutschland importiert als umgekehrt. Der Export an Geflügelfleisch legte wertmäßig um 17 Prozent zu. Der Antibiotika-Skandal in der deutschen Geflügelzucht könnte in Zukunft den Absatz der österreichischen Geflügelproduzenten ankurbeln, erwartet Mikinovic.