Erstellt am 24. Juni 2011, 12:40

Österreichs Arbeitsmarkt überraschend krisenfest. Die in der Alpenrepublik ergriffenen politischen Arbeitsmarktmaßnahmen 2008/09 sowie die Reaktion der Unternehmen auf die Krise haben den österreichischen Arbeitsmarkt relativ gut stabilisiert.

Die in der Alpenrepublik ergriffenen politischen Arbeitsmarktmaßnahmen 2008/09 sowie die Reaktion der Unternehmen auf die Krise haben den österreichischen Arbeitsmarkt relativ gut stabilisiert. Das zeigt eine vom Wirtschaftsforschungsinstitut kürzlich erarbeitete Studie. Österreich hat von 29 analysierten Industrieländern in Sachen Beschäftigung am viertbesten abgeschnitten.

Neben Österreich befinden sich Polen, Deutschland, die Schweiz und die Niederlande im Spitzenfeld. Ein vom Wifo neu entwickelter Indikator der Arbeitsmarktentwicklung erfasst Trends von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit sowie der Erwerbsquote. Er wurde bei einem jüngst abgehaltenen Treffen von Wirtschaftsforschungsinstituten in Paris vorgestellt.

Die Arbeitslosenquote stieg 2009 um nur ein Prozentpunkt auf 4,8 Prozent und geht seit 2010 wieder zurück. Die Beschäftigung übertrifft in absoluten Zahlen bereits wieder das Vorkrisenniveau, ebenso die Erwerbsquote.

"Polen verzeichnete als einziges EU-Land, auch in der Wirtschaftskrise einen Anstieg, die Schweiz einen nur geringen Rückgang der Wirtschaftsleistung", schreibt das Wifo. "Besonders auffallend ist die gute Entwicklung in Deutschland, da hier der Produktionsrückgang überdurchschnittlich war."

"In Ländern mit besserer Außenhandelsposition vor der Krise fiel die Reaktion des Arbeitsmarktes milder aus, in Ländern mit überdurchschnittlichem Kreditwachstum ungünstiger." Von Vorteil seien auch Maßnahmen wie die Kurzarbeit gewesen.

Die ungünstigste Arbeitsmarktreaktion zeigt die Wifo-Analyse für Irland, Island, Spanien, Portugal und für die USA. Die Beschäftigung wachse in den USA auch in der Erholungsphase viel schwächer als in früheren Erholungsphasen, schreiben die Autoren.

Die Kurzarbeitsregelung und die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Krise hatten die meisten österreichischen Industrieunternehmen dazu veranlasst, kaum Kündigungen bei ihrer Stammbelegschaft vorzunehmen. Die Befürchtung, dass diese "Arbeitskräftehortung" den Wiederanstieg der Beschäftigung verlangsamen würde, "erwies sich nicht als zutreffend", schreibt das Wifo: "In den Ländern mit der relativ zur Produktion besten Arbeitsmarktentwicklung nahm die Beschäftigung 2011 stärker zu und die Arbeitslosigkeit deutlicher ab."