Erstellt am 28. Oktober 2011, 12:58

Österreichs Industrie rutscht in Rezession. Der Motor der wirtschaftlichen Erholung in Österreich stottert gewaltig: Die Industrie hatte im Oktober mit einem massiven Auftragseinbruch zu kämpfen, erstmals seit rund zwei Jahren sanken sowohl Einkaufs- als auch Verkaufspreise, ermittelte die Bank Austria.

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Sie geht für die kommenden Monate sogar von einer "leichten Rezession" der heimischen Industriebetriebe aus.

Der Überhang aus dem ersten Halbjahr dürfte allerdings das Ergebnis für das Gesamtjahr retten - für 2011 erwartet Ökonom Stefan Bruckbauer ein Industriewachstum von sieben Prozent. Die Aussichten für 2012 fallen wiederum "sehr verhalten" aus.

Im Oktober hat der Bank-Austria-Einkaufsmanagerindex zum zweitem Mal in Folge seine Talfahrt unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten fortgesetzt und kam bei 48 Punkten zu liegen, nach 48,7 Punkten im September.

"Hauptgrund für die Verschlechterung des Geschäftsverlaufs gegenüber dem Vormonat ist der starke Einbruch im Neugeschäft, der sich in abnehmenden Auftragspolstern, sinkenden Einkaufspreisen und einer verringerter Einkaufsmenge widerspiegelt", so Bank-Austria-Chefökonom Bruckbauer in einer Aussendung am Freitag. Obwohl die Produktionsleistung weiter zurückgefahren worden sei, habe sich die Beschäftigung leicht erhöht. Die Unternehmen seien nämlich dabei, Auftragsbestände rasch abzuarbeiten. Was aber wiederum zur Folge habe, dass die Auftragspolster im Oktober so stark geschrumpft sind wie seit Frühjahr 2009 nicht mehr.

Die aktuelle Umfrage mache klar, dass die österreichische Industrie ihren Konjunkturhöhepunkt mittlerweile "deutlich"überschritten habe und in den kommenden Monaten mit einer "anhaltenden Verschlechterung der Geschäftslage zu rechnen hat", so die Bank Austria. Im Oktober habe sich das Verhältnis zwischen Auftrags- und Lagertrends, ein zuverlässiger Indikator für die Entwicklung der nächsten Monate, "spürbar verschlechtert" und erreiche den gleichen Wert wie im Herbst 2008, knapp nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers.

Nächstes Jahr werden laut Bank Austria nicht nur Vorprodukthersteller, sondern auch der Großteil der Investitionsgüterbranchen deutlich an Schwung verlieren. Das Produktionswachstum aller größeren Industriebranchen werde sich zumindest halbieren. "Insgesamt erwartet Österreichs Industrie 2012 jedoch kein nachhaltiger Abschwung und ein Produktionsplus um 3 Prozent sollte möglich sein", gab sich Bruckbauer optimistisch.