Erstellt am 27. März 2013, 14:13

Österreichs Konsumenten faul und aktionsgetrieben. Das Einkaufsverhalten der österreichischen Konsumenten ist in vielerlei Hinsicht anders als das unserer deutschen Nachbarn.

Obwohl die Auswahl der Diskont-Supermärkte in Deutschland viel größer ist, sind die Österreicher die größeren Schnäppchenjäger. Im österreichischen Handel werden fast 30 Prozent der Produkte zu Aktionspreisen verkauft, in Deutschland sind es 19 Prozent.

Anders als in Deutschland sei die Bereitschaft der heimischen Verbraucher, die Einkaufsstätte zu wechseln, nicht besonders groß. "Das liegt vor allem an der Faulheit", sagte der Handelsexperte und Rewe-Berater Rudolf Maurer am Mittwoch. Es gebe nur einige Produkte, deretwegen Kunden in ein anderes außer ihr gewohntes Geschäft gehen. Dazu zählen etwa Windeln, Schnaps oder eine Kiste Bier - Produkte, die die 10-Euro-Marke überschreiten.

Maurer beruft sich auf Studien, wonach die Einkaufslust der Österreicher abnimmt und zitiert: "30 Prozent finden es lästig. Einkaufen bedeutet für sie Arbeit." Haben die Österreicher 2006 im Schnitt noch 190 Einkäufe im Jahr getätigt, sind es jetzt nur noch 170, so Maurer. Durchschnittlich gebe ein Kunde pro Einkauf 11 Euro aus. Über 70 Prozent der Kaufakte würden nach wie vor von Frauen getätigt.

Handel und Industrie sehen sich mit der Situation konfrontiert, in einem mengenmäßig rückläufigen Markt Wertwachstum generieren zu müssen. "Das erreichen sie über Innovationen oder Preiserhöhungen", sagte Maurer. Klassische Supermärkte setzen daher immer mehr auf Eigenmarken, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Der Experte sieht insbesondere Premium-Eigenmarken im Steigen begriffen. Einen anhaltenden Aufschwung bescheinigt er auch Bio-Produkten, die hierzulande im Gegensatz zu Deutschland ein gutes Image hätten. In Deutschland schwinge beim Thema Bio noch der Waldschrat mit.