Erstellt am 23. August 2012, 12:04

Österreichs Mittelstand recht optimistisch. Österreichs mittelständische Unternehmen sind weiterhin recht optimistisch, erwarten aber eine Zuspitzung der europäischen Schuldenkrise, wie aus dem aktuellen "Mittelstandsbarometer" des Beratungsunternehmens Ernst & Young hervor geht.

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Auf ein Auseinanderbrechen der Währungsunion vorbereitet sind nur wenige. Jedes vierte Unternehmen will neue Mitarbeiter einstellen. "Trotz der düsteren Prognosen zu Jahresbeginn und der Zuspitzung der Schuldenkrise in Europa laufen die Geschäfte bei den meisten mittelständischen Unternehmen weiter gut bis sehr gut", so Ernst & Young-Country-Manager Helmut Maukner in einer Pressemitteilung. Von einer positiven Geschäftslage berichteten aktuell 92 Prozent der Mittelständler, genau so viel wie zu Jahresbeginn.

Jedes zweite Unternehmen ist uneingeschränkt zufrieden, im Jänner waren es noch 58 Prozent, im Juli vergangenen Jahres aber nur 42 Prozent. Die Geschäftserwartungen blieben trotz leichter Eintrübung branchenübergreifend positiv, die Konjunkturaussichten hätten sich gegenüber Jahresbeginn sogar verbessert, heißt es nun in der Studie. Für die kommenden Monate rechnen 28 Prozent mit einer Verbesserung der eigenen Geschäftslage, sechs Prozent erwarten eine Verschlechterung.

Als größtes Risiko für die Binnenkonjunktur sehen drei von vier Unternehmen die hohen Rohstoffpreise. Dahinter folgen die geringe Stabilität des Finanzsektors und die hohen Energiepreise. An vierter Stelle liegt die Schuldenkrise, auch wenn derzeit 36 Prozent der Unternehmen Umsatzeinbußen in den von der Schuldenkrise betroffenen Ländern erleiden.

"Wir sollten die Gefahren, die von der Schuldenkrise in Europa für Österreich ausgehen, nicht unterschätzen", warnt Ernst & Young-Mittelstandsexperte Erich Lehner. Es verdichteten sich die Anzeichen, dass es beim wichtigsten Exportpartner Deutschland in den kommenden Monaten zu einer Konjunkturabkühlung komme.

Eine Zuspitzung der Schuldenkrise erwarten drei von vier Unternehmen. 84 Prozent gehen davon aus, dass Österreich am Ende in erheblichem Umfang für die Schulden von Euro-Ländern aufkommen muss. Einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone halten 69 Prozent für nicht wahrscheinlich und 64 Prozent auch nicht für sinnvoll.