Erstellt am 05. Januar 2012, 13:58

Österreichs Mobilfunkmarkt wächst zusammen. Österreichs Mobilfunkmarkt gilt als einer der hartumkämpftesten der Welt. Vier Betreiber matchen sich mit niedrigen Pauschaltarifen und günstigen Smartphones um die Handytelefonierer. Nach Meinung der größten drei Anbieter A1, T-Mobile und Orange gehört der Markt konsolidiert.

Sie würden gerne den Anbieter Hutchison 3G Austria ("3") verschwinden sehen, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Der Hongkonger Konzern denkt nicht im Traum an den Rückzug, hat er doch in den vergangenen Jahren große Summen in das UMTS-Netz (3G) investiert. Gestern gab "3" zudem eine Netzpartnerschaft mit T-Mobile bekannt. Dies ist nicht die einzige Technikkooperation zwischen den heimischen Mobilfunkern. Sinkende Margen durch hohen Preisdruck zwingen zur Zusammenarbeit bei der Netznutzung. Den Kunden sollen dabei keine Unannehmlichkeiten entstehen, wird versichert.

T-Mobile und "3" haben nun ein "National Roaming Abkommen" geschlossen. Ab Mitte 2012 helfen sich die Provider gegenseitig bei der Netzabdeckung im ländlichen Raum. "3" kann das 2G-Mobilfunknetz von T-Mobile nutzen und T-Mobile das 3G-Netz von "3".

Eine weitere Kooperation gibt es seit April 2011 zwischen Orange und T-Mobile. Die Nummer zwei und die Nummer drei am Markt wollen sich beim UMTS-Netzausbau am Land Antennen und Kosten teilen, die erhoffte Ersparnis wurde mit jeweils 30 Mio. Euro beziffert.

Das größte UMTS-Netz in Österreich nach Branchenschätzung betreibt "3" - die 3G-Abdeckung beträgt rund 90 Prozent. Dafür hat der Konzern in den vergangenen Jahren auch tief in die Tasche gegriffen - und vor kurzem die Ernte eingefahren: Im Handynetztest der renommierten deutschen Fachzeitschrift "Connect" stieß"3" den Branchenprimus A1 knapp vom Thron.

Die neue Kooperation zwischen den Konkurrenten dürfte dem Marktführer A1 einiges an Einnahmeneinbußen bescheren. "3" zahlt A1 nämlich momentan einige Millionen im Jahr für die Nutzung des GSM- bzw. GPRS-Netzes von A1. Der entsprechende Vertrag besteht seit 2003 und wird voraussichtlich Anfang 2013 auslaufen, wie eine "3"-Sprecherin der APA am Donnerstag bestätigte. Zu den Nutzungsgebühren wollten sich die beiden Konzerne nicht äußern.