Erstellt am 03. August 2013, 12:42

Österreichs Vermögende vermögender als gedacht. Die SPÖ erhält neues Argumentationsfutter für ihr Wahlkampfthema Vermögenssteuern. Eine Studie der Universität Linz, in Auftrag gegeben von der Arbeiterkammer, kommt zu dem Schluss, dass vermögende Haushalte in Österreich viel mehr besitzen als bisher angenommen und dass dieses Vermögen äußerst ungleich verteilt ist, wie "profil Online" am Samstag berichtete.

Demnach wird das gesamte Nettovermögen Privater (abzüglich allfälliger Schulden) auf rund 1,25 Billionen Euro geschätzt. Über zwei Drittel davon, nämlich 863 Milliarden bzw. 69 Prozent, entfallen auf gerade einmal zehn Prozent der Bevölkerung. Das reichste Prozent - laut "profil" etwa 37.000 Haushalte - besitze 469 Milliarden Euro. Umgekehrt verfügten die "ärmsten" 50 Prozent, also die Hälfte aller Haushalte, über nur 2,2 Prozent des Vermögens.

Dass diese Zahlen über jenen liegen, die zuletzt von der Österreichischen Nationalbank bzw. in Folge von der Europäischen Zentralbank veröffentlicht wurden, liegt laut "profil" an der Methodik: Die OeNB-Studie im Auftrag der EZB basiere auf Befragungen, viele der ganz Reichen hätten sich aber schlicht nicht befragen lassen, und so mancher Befragter könnte tiefgestapelt haben. Die Ökonomen an der Uni Linz hätten komplexe Wahrscheinlichkeitsrechnungen auf die OeNB-Zahlen angewendet. Um eine Überschätzung des Gesamtvermögens zu vermeiden, sei eine obere Begrenzung der Vermögen bei einer Milliarde Euro eingezogen worden.

Geplant ist laut "profil" ein zweiter Teil der Studie, in dem errechnet werden soll, wie viel Geld angesichts dieser Zahlen Vermögenssteuern in die Staatskassen spülen könnten. Ergebnisse sollen aber erst nach dem Wahlkampf vorliegen.