Erstellt am 15. Mai 2012, 10:07

Österreichs Wirtschaft in Q1 leicht gewachsen. Österreichs Wirtschaft hat zu Jahresbeginn eine seit Sommer herrschende Stagnation überwunden und ist leicht gewachsen.

 Im ersten Vierteljahr stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartalsabstand real um 0,2 Prozent. Davor gab es laut der Schnellschätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) zwei Quartale mit einem Nullwachstum, aber keinen Rückgang der Wirtschaftsleistung.

Zuletzt, im März, war das Wifo noch von einem leichten BIP-Rückgang um 0,1 Prozent im 4. Quartal ausgegangen. Leicht positive Impulse für die heimische Wirtschaft lieferte im Zeitraum Jänner bis März per Saldo der Außenhandel. Der Export nahm mit real +0,7 Prozent zwar nur sehr verhalten zu, doch war die Dynamik etwas stärker als beim Import (+0,5 Prozent). Letztlich trugen aber sämtliche Nachfrageaggregate zum mäßigen BIP-Wachstum im 1. Quartal bei, so das Wifo.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöhte sich das BIP zu Jahresbeginn real um 1,9 Prozent, nach 0,8 Prozent Plus im letzten Vierteljahr 2011. Davor hatte die Wirtschaftsleistung allerdings mit 2,4 Prozent im 3. Quartal bzw. 4,1 Prozent im 2. Quartal noch kräftiger zugelegt.

Im Gesamtjahr 2011 wuchs das heimische BIP laut Wifo real doch nur um 3,0 Prozent und nicht um 3,1 Prozent, hat die nun durchgeführte Revision ergeben. Den Anstieg des nominellen BIP für 2011 haben die Experten von zuletzt 5,3 auf nunmehr 4,9 Prozent korrigiert.

Österreichs Wirtschaft wird sich in den kommenden Monaten und Quartalen weiter erholen, dieser Prozess wird nach Ansicht des Wifo-Experten Marcus Scheiblecker aber "eine sehr zähe Sache". "Friktionsfrei wie ursprünglich angenommen geht es nicht hinauf", meinte der Fachmann am Dienstag im APA-Gespräch und verwies dazu auf "die schlechten News, die täglich hereinkommen", etwa zu Griechenland oder anderen Euro-Schuldenproblemländern wie Spanien und Italien.

Es bestehe noch keine ausreichende Sicherheit, um die heimische BIP-Prognose für heuer nach oben zu setzen in Richtung 0,8 Prozent Wachstum, wovon die EU-Kommission in ihrer jüngsten Prognose für Österreich ausgeht.