Erstellt am 08. August 2011, 10:57

ÖVAG-Chef kritisiert Banken-Stresstests. Die Österreichische Volksbanken AG ist als einzige österreichische Bank beim Banken-Stresstest durchgefallen. Doch ÖVAG-Vorstandschef Gerald Wenzel bezweifelt die Aussagekraft der Überprüfung.

"Wenn der Stress stark genug ist, dann hält niemand mehr stand. Die Dosierung und die Orientierung bedingen das Ergebnis, das hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun" sagte er der "Tiroler Tageszeitung".

"Der Test misst ja nur, was unter bestimmten Bedingungen herauskommt. So wurde auch Kritik laut, dass das Falsche gemessen wurde. Es ist müßig, darüber zu diskutieren. Man findet immer ein Szenario, bei dem es nicht mehr geht. Wenn ich einen Hals lange genug zudrücke, ist der andere tot. Die Frage ist: Wie lange drücke ich zu?", so Wenzel.

Der Stresstest sei für die ÖVAG "eine Spur zu früh" gekommen. Aber klar sei, welche Maßnahmen zur Stärkung des Kapitals nötig sind: vom Verkauf der Anteile an der Raiffeisen Zentralbank (RZB) über die Zusammenführung von ÖVAG und Investkredit bis zum Verkauf der Volksbank International (VBI). Nach eigenen Berechnungen habe die ÖVAG im 1. Quartal 2011 eine Kapitalquote von 13 Prozent gehabt erinnert Wenzel. Er halte an dem Ziel fest, den Verkauf der VBI noch heuer abzuschließen.