Erstellt am 18. April 2011, 15:08

ÖVAG-Staatsgeld 2010 nicht verzinst. Obwohl die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) nach einem vorangegangenen Milliardenverlust im Konzern 2010 mit 55,4 Mio. Euro Nettogewinn abschloss, geht der Staat für das vor zwei Jahren eingeschossene Partizipationskapital abermals leer aus.

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Darauf hatte die ÖVAG ihre Kapitalgeber allerdings schon vorab eingestimmt. Der Grund: In der Bank-AG (Einzelabschluss) fehlt es weiter an einem ausschüttungsfähigen Gewinn. Im Einzelabschluss schrieb die ÖVAG für 2010 weiterhin rot, der Vorstand bezifferte den AG-Verlust mit 20 Mio. Euro.

Die ÖVAG hatte im Frühjahr vor zwei Jahren 1 Mrd. Euro Staats-Partizipationskapital zu einem vereinbarten Jahreszins von 9,3 Prozent bekommen. Mit der Dividendenzahlung darauf will die Bank aber für das heurige Geschäftsjahr - zahlbar 2012 - beginnen, wurde am Montag bei der Bilanzpressekonferenz bekräftigt.

Auf Konzernebene ist die ÖVAG nach zwei Jahren mit hohen Verlusten in die schwarzen Zahlen zurück gekehrt. Vor Steuern weist der Konzern für 2010 einen Gewinn von 90,8 Mio. Euro aus, nach einem Vorsteuerverlust von 943,5 Mio. Euro im Jahr davor. Der Zinsüberschuss stieg um 30 Prozent. Die Kreditrisikovorsorgen haben sich insgesamt mehr als halbiert, Beteiligungsabschreibungen sanken markant. Bei Wertpapieren konnte sogar wieder aufgewertet werden.

Unter dem Strich verblieb im ÖVAG-Konzern ein Nettogewinn von 55,4 Mio. Euro. Zum Vergleich: Im Jahr davor lag der Nettoverlust bei 1,084 Mrd. Euro.

Für 2011 erwartet der Vorstand ebenso wie in den Folgejahren ein Ergebnis vor Steuern von jeweils mehr als 100 Mio. Euro. Freilich gibt es ab heuer neue Belastungen: darunter 37 Mio. Euro aus der Bankensteuer.

Am 19. Mai in der Hauptversammlung stellt die ÖVAG die Weichen für die beginnende "Auszahlung" der Republik. Demnach werden die regionalen Volksbanken (die derzeit 58 Prozent halten) eine Kapitalspritze besorgen. ÖVAG-Chef Gerald Wenzel unterstrich heute, dass die Volksbanken die ersten 300 Millionen PS-Kapital der Republik erwerben werden. Damit bekommt die Republik in den nächsten Monaten das Geld für die erste Tranche. Die PS werden dann in Aktienkapital gewandelt, möglichst noch heuer. Damit weiten die Volksbanken ihre Mehrheit aus, die anderen Aktionäre ziehen nicht mit und fallen zurück. Darunter die bisherige 25-Prozent-Aktionärin aus Deutschland: Die DZ Bank dürfte in der ÖVAG auf unter 20 Prozent verwässert werden, sieht diese Beteiligung in Wien aber ohnedies nur mehr als reine Finanzbeteiligung.

Die zweite staatliche PS-Tranche, ebenfalls 300 Mio. Euro, soll vor Fälligkeit (2014) zurück bezahlt werden, die letzte Tranche spätestens 2018, auch dies möglicherweise früher. Über diese Abschichtungen weiterer Staats-PS will Wenzel erst mit dem eigenen Sektor reden. Das Timing hänge von geplanten Beteiligungsabgaben ab.

Die ÖVAG verhandelt derzeit den Verkauf der Osttochter VBI (Volksbank International). Über den Verhandlungsstand schwieg sich die Bankspitze heute aus. Man spreche mit einer Reihe von Interessenten. Als Kaufinteressent wurde bisher primär die russische Sberbank ventiliert. Damit wird die ÖVAG in den nächsten Jahren massiv schrumpfen.

Im Osten musste die Bank 2010 nochmals mehr Geld für faule Kredite zur Seite legen. Da stiegen die Kreditrisikovorsorgen um 63 Mio. Euro. Weil die Vorsorgen und Wertberichtigungen in den Sparten Unternehmen, Immobilien und Leasing zurück gingen, sank im Gesamtkonzern die Kreditrisikovorsorge-Neudotierung um 57 Prozent auf 364 Mio. Euro. Die Osttochter VBI schrieb 2010 Verluste.

Bankchef Wenzel bezeichnete das Jahr 2010 "noch als Jahr des Risikos, das noch kein Normaljahr war". Durch die anstehenden Umstrukturierungen nehme man Risiko und Volatilität als Bedrohungspotenzial heraus.

Den EU-Stresstest will Wenzel "positiv bestehen". Er beklagte heute allerdings, dass sein Haus erst vor einer Woche von der (erstmaligen) Teilnahme informiert wurde. Damit sieht er sich zeitlich im Nachteil gegenüber der Konkurrenz. Die Tier-1-Ratio der ÖVAG-Gruppe (bezogen auf das Gesamtrisiko) wird im Jahresbericht zum Ultimo 2010 mit 9,4 Prozent (Vorjahr: 9,2 Prozent) beziffert. Zum geforderten harten Kernkapital machte er noch keine Angaben.