Erstellt am 28. Dezember 2010, 16:19

Oft zu wenig Geld fürs Gold. Beim Goldverkauf werden Haushalte oft um einen fairen Erlös gebracht. Die hohe Nachfrage lässt Goldbesitzer auf schnelle Gewinne hoffen, mitunter steigen sie aber beim Verkauf mit Verlust aus.

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Eine Dienstag präsentierte Studie des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) stellt den Goldankaufstellen ein mäßiges Zeugnis aus: Ein Viertel der 16 untersuchten Händler rangiere mit "nicht zufriedenstellend" am untersten Ende der Skala, sagte VKI-Geschäftsführer Franz Floss.

 "Weniger als erwartet", bleibe oft für private Verkäufer. Die vier letztgereihten Ankaufstellen hätten zwei Drittel des Testwertes von 1.900 Euro unterboten. Das geringste Offert kam mit 748 Euro, also unter 40 Prozent des Wertes, vom Händler "Helvetia-International". Unter den getesteten Verkaufsstellen finden sich Juweliere, Scheideanstalten, Bruchgold-, Altwaren- und Münzhändler sowie "fliegende Händler". Am obersten Ende der Skala liege ein Gebot von 1.930 Euro, Scheideanstalten hätten durchwegs "gut" abgeschnitten.

Grund für die breite Streuung der Angebote seien "gravierende fachliche Fehler", zum Beispiel beim Wägen des Goldes. Die Fehlbewertung erfolgt meist zulasten der Kunden. Punzierungen böten keine vollständige Wertsicherheit, einige Händler hätten nicht zwischen 14 und 18 Karat unterschieden. Ob es sich in manchen Fällen um vorsätzlichen Betrug halte, sei im Nachhinein nur schwer zu belegen, Reklamationen seien mitunter schwierig. Bei einem Verkauf via Internet seien die Kunden "überhaupt ausgeliefert". Von fliegenden Händlern, also Betrieben ohne Firmensitz, werde abgeraten.

Betroffen seien seiner Einschätzung nach Haushalte, die sich kurzfristig schnelles Geld erhoffen. Jene, die ihr Gold verkaufen wollen, sollten mehrere Angebote einholen und sich vor dem Kauf "seriös" informieren.  Vorab solle man versuchen, Münzen oder Schmuck aus Gold selbst anhand von Punze und Tageskurs zu bewerten. Beim Verkauf sei eine schriftliche Bestätigung ratsam, die die Adresse des Händlers, eine Auflistung der verkauften Stücke sowie deren Gewicht und Preis enthält.

Der VKI untersuchte für die Studie 16 Ankaufstellen für Gold im Großraum Wien. Die Bewertung wurde in Kundeninformation, Kundenfreundlichkeit und den erzielten Wert unterteilt. Ein Dutzend Schmuckstücke wurden angeboten, ebenso zwei Münzen. Zur Bewertung wurde der Tageskurs für Gold vom 10. September 2010 verwendet.