Erstellt am 10. Juli 2011, 12:07

OLG ermöglicht Sammelklagen gegen Immofinanz. Das Oberlandesgericht Wien hat eine Entscheidung des Handelsgerichts aufgehoben und lässt damit Sammelklagen geschädigter Immoeast-Anleger gegen die Immofinanz zu. Das berichtet die "Wiener Zeitung" in ihrer Wochenendausgabe. Konkret würden damit "Sammelklagen wegen der Verletzung von Kapitalmarktvorschriften klar ermöglicht", sagt Anlegeranwalt Wolfgang Haslinger.

Hintergrund: Zehn Investoren hatten Schäden im Zusammenhang mit dem Erwerb junger Aktien nach einer Kapitalerhöhung der Immoeast 2007 eingeklagt. Laut Klage solle im Kapitalmarktprospekt der Eindruck erweckt worden sein, dass der Emissionserlös zur Gänze für Immobilienprojekte verwendet wird, tatsächlich solle es aber "bloß zu einer Konzerninnenfinanzierung gekommen sein".

Die Anleger klagten auf Haftung wegen unrichtiger Prospektangaben nach dem Kapitalmarktgesetz sowie auf Vertragsrücktritt infolge eines wesentlichen Geschäftsirrtums. Sie wollen rund 720.000 Euro zurück. Die Immofinanz ist Rechtsnachfolgerin der Immoeast.

Das Handelsgericht hatte die Klage abgewiesen, da "die möglichen Ansprüche nicht einem im Wesentlichen gleichartigen Grund entstammten und Beratungs- und Aufklärungspflichten einzelfallbezogen zu beurteilen seien". Das OLG meint dagegen: "Es sind nicht die jeweiligen individuellen Verhältnisse maßgeblich, sondern der Umstand, dass sämtliche Kläger ihre Ansprüche aus demselben Prospektfehler ableiten." Immofinanz-Rechtsanwalt Andreas Zahradnik prüft Rechtsmittel gegen die OLG-Entscheidung, berichtet die Zeitung.