Erstellt am 03. Oktober 2011, 12:45

OMV prüft Rückzug aus Tschechien. Die OMV plant nach einem Bericht des tschechischen Fernsehens (CT) den Rückzug vom tschechischen Tankstellenmarkt.

Durch den Verkauf ihrer 220 Tankstellen in Tschechien und Verkäufe von Tankstellen und mehreren Ölraffinerien in anderen Ländern wolle die OMV bis 2014 eine Milliarde Euro erlösen, heißt es in dem Bericht mit Hinweis auf die neue Unternehmensstrategie der OMV.

Das Unternehmen betonte auf APA-Anfrage, dass noch keine endgültige Entscheidung darüber gefallen sei, welche Raffinerien und Tankstellen verkauft werden. Raffinerien und Tankstellen sollen aber auch künftig ein wichtiger Teil des OMV-Geschäfts sein.

Mit den Verkaufserlösen wolle die OMV ihre Expansion im Gasgeschäft finanzieren, heißt es in dem TV-Bericht. "Wir werden prüfen, ob die Erlöse in einer ganzen Reihe von Ländern unsere Präsenz auf diesen Märkten rechtfertigen", wird OMV-Chef Roiss zitiert. Gemäß der neuen Strategie werde die OMV auch künftig in Österreich, Deutschland, Rumänien und der Türkei präsent bleiben, berichtet CT weiter. Am unsichersten sei die künftige Präsenz in Tschechien, der Slowakei, Italien, Bulgarien, Ungarn sowie in Bosnien-Herzegowina.

Als Indikator dafür, dass sich die OMV aus Tschechien zurückziehen wolle, wertet der Branchenexperte Tomas Miksovsky die Abberufung der lokalen Geschäftsführung - seither werde das Tschechiengeschäft aus der Ferne gelenkt, heißt es. Das Interesse an den tschechischen OMV-Tankstellen soll groß sein, alle "großen Player" seien daran interessiert. Der erzielbare Verkaufspreis wird auf 4 Mrd. Kronen (163,3 Mio. Euro) geschätzt.