Erstellt am 29. November 2011, 13:03

OMV-Vorstände verdienen am meisten. Die Vorstandsgehälter in Österreichs Aktiengesellschaften sind 2010 im Vergleich zu 2009 um durchschnittlich 13,2 Prozent gestiegen.

Der Vorstand eines Prime Market-Unternehmens kostete damit im Schnitt 3,4 Millionen Euro jährlich oder 1,3 Prozent des EGT (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit). Am teuersten ist mit 12,2 Millionen Euro (2,03 Millionen Euro pro Kopf) der OMV-Vorstand.

Dahinter folgen laut Interessensverband der Anleger (IVA) die Andritz AG mit 9,7 Millionen Euro Gesamtverdienst 2010 und die Erste Group mit 8,8 Millionen. Pro Vorstand sind das im Jahr 2010 bei Andritz 1,95 Millionen Euro gewesen, bei der Ersten 1,40 Millionen Euro. Bei Raiffeisen International verdienten die Vorstandsmitglieder im Schnitt 1,50 Millionen Euro im Jahr 2010, gesamt wurden 8,5 Millionen Euro bezahlt. Vergleichsweise wenig verdienten die Vorstände der Flughafen Wien AG: pro Person waren es im Vorjahr 340.000 Euro, in Summe 1,03 Millionen Euro.

Vorstände hätten 2010 von den allgemein guten Ergebnissen profitiert, 2011 dürften einige Spitzenverdiener demnach weniger gut aussteigen. Der IVA merkt aber an, es gebe in Österreich keine Möglichkeit, auf Hauptversammlungen über die Grundzüge der Vergütungspolitik abzustimmen. Zudem fehlten Regelungen für einen einheitlichen und detaillierten Vergütungsbericht. Der heimische Corporate Governance-Kodex lasse breiten Raum für Flexibilität und unternehmensspezifische Gestaltungsmöglichkeiten.

Die Kosten für Aufsichtsräte lagen laut IVA 2010 bei 512.000 Euro in der Erste Group, die damit Spitzenreiterin ist, gefolgt von Uniqa (419.000 Euro), Conwert (404.000 Euro), voestalpine (400.000 Euro) und OMV (392.000 Euro). Im Durchschnitt der heimischen Aktiengesellschaften betrage der Aufwand für den Aufsichtsrat 182.000 Euro (plus 6,2 Prozent zu 2009). Allerdings sei bei den Gesamtvergütungen auch die mit der Unternehmensgröße zusammenhängende Gesamtzahl der Mitglieder zu berücksichtigen.