Erstellt am 16. Februar 2012, 19:06

Opel nach hohem Verlust vor neuen Einschnitten. Opel steht nach der Bekanntgabe eines erneut hohen Millionenverlusts vor weiteren harten Einschnitten.

Während sich der Detroiter Mutterkonzern GM am Donnerstag mit bereinigt 8,3 Milliarden Dollar für das abgelaufene Jahr im besten Betriebsgewinn seiner Geschichte sonnte, fuhr die deutsche Tochter im Schlussquartal tief in die Verlustzone.

Allein von Oktober bis Dezember standen 600 Mio. Dollar (462 Mio. Euro) Verlust vor Steuern und Zinsen zu Buche. Darin enthalten waren laut GM 200 Millionen Dollar an Restrukturierungskosten. Der Betriebsverlust ist allerdings noch um Sonderposten bereinigt. Autoanalysten schätzen das Minus deutlich höher ein. Das Europageschäft blieb aber nicht das einzige Sorgenkind von GM. Auch in Südamerika hat der Konzern eine Baustelle und schrieb operativ rote Zahlen im Schlussquartal.

Für die deutsche Traditionsmarke mit dem Blitz erhöht sich damit der Druck, die Kosten weiter zu senken. Konzernkenner rechnen damit, dass der Vorstand dem Aufsichtsrat dafür Ende März einen Strategieplan vorlegen wird. Dabei gab es bei Opel bereits harte Einschnitte. So sollen die rund 40.000 Opelaner europaweit jährlich 265 Millionen Euro an Sanierungsbeiträgen erbringen. Im Gegenzug hatte sich GM bis Ende 2014 zum Verzicht auf Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen für alle europäischen Standorte bereit erklärt.

Der größter Autobauer der USA steigerte 2011 dank eines starken Nordamerikageschäfts seinen Nettogewinn auf 7,6 Milliarden Dollar nach 4,7 Milliarden Dollar vor Jahresfrist. Der Konzernumsatz kletterte um elf Prozent auf 150,3 Milliarden Dollar. Dabei konnte GM auf seinem Heimatmarkt Nordamerika mit einem starken Schlussquartal glänzen: Der Betriebsgewinn hat sich dort mit 1,5 Milliarden Dollar fast verdoppelt.