Erstellt am 13. Juni 2012, 12:11

Ostbanken auf Griechen-Kollaps vorbereitet. RZB-Chef Walter Rothensteiner hat am Mittwoch Befürchtungen zurückgewiesen, dass nach einem Kollaps der griechischen Banken die Osteuropa-Töchter der heimischen Banken die nächsten sein könnten.

Die Kollegen in den Ostbanken wüssten seit Jahren um ihre Griechenland-Risiken, seien entsprechend vorbereitet. Laut Rothensteiner besteht deshalb keine Sorge, dass aus dem Thema ein Flächenbrand in Osteuropa erwachsen könnte, wie er im Klub der Wirtschaftspublizisten sagte. Nachsatz: In Österreich schon gar nicht.

Der SPÖ-Fraktionsführer im EU-Parlament, Swoboda, hatte in der ZiB2 am Dienstagabend erklärt, man müsse darauf schauen, dass die Griechen in der Eurozone bleiben. "Warum? Weil sonst die rumänischen Banken fallen. Wenn die rumänischen Banken fallen und ungarische und andere, dann fallen auch manche österreichischen Banken oder kommen zumindest in reale große Schwierigkeiten", warnte Sowobda. Das sei wirklich eine ernsthafte Sache gerade auch für die österreichische Finanzwelt.

Rothensteiner hielte einen Austritt Griechenlands für viel teurer als weitere Unterstützung zum Verbleib. Fakt sei, dass man "seinerzeit über das Einstiegsszenario hätte nachdenken sollen". Die Griechen jetzt hinauszustoßen, löse keines der Probleme.

Der RZB-Chef war zudem überzeugt, dass die bis zu 100 Mrd. Euro, die Spanien jetzt für seine Banken vom Euro-Rettungsschirm bekommt, nicht verloren sind. Die Banken müssten für das Geld ja auch ordentlich Zinsen zahlen. Auch Spanien habe einige gute Großbanken.

Ausgeschlossen hat Rothensteiner, dass eine der österreichischen Großbanken wegen der von der europäischen Aufsicht vorgegebenen Kapitalziele irgendwelche Probleme bekommt. Raiffeisen habe die 9-Prozent-Vorgabe jetzt schon erfüllt.

Auf Fragen, wie lang die Krise noch dauert, ging der Banker nicht ein. Der Durchschnittsösterreicher habe von der Krise noch nicht viel mitgekriegt. "Wenn er Pech hatte, hat er Wertpapiere gehabt, die nichts wert sind, aber das kann auch außerhalb der Krise passieren."