Erstellt am 19. November 2012, 13:58

Ostregion: ÖBB-Fahrplan mit neuen S-Bahn-Linien und mehr Bahnhöfen. Zugticket statt Parkpickerl: Während für Pendler, die mit dem Auto nach Wien kommen, die Zeiten schwieriger werden, dürfen sich Bahnkunden freuen.

Fahrdienstleiter öbb  |  NOEN, bilderbox.at
Das Angebot in der Ostregion wird übersichtlicher, auch zusätzliche Verbindungen sind vorgesehen. Das wurde jedenfalls am Montag bei der Präsentation des neuen ÖBB-Fahrplans - der am 9. Dezember in Kraft tritt - versichert. Neu sind etwa durchgehende Schnellbahnlinien, die Neubau-Strecke nach St. Pölten sowie zwei ziemlich wichtige Bahnhöfe.

Auf den ersten Blick wird die Zahl der S-Bahnen allerdings nicht mehr, sondern weniger: Es sind nur mehr neun statt bisher 13. So sucht man künftig die S5 oder die S6 vergeblich. Das liegt schlicht und einfach an dem Umstand, dass Linien miteinander verbunden werden. Die Zahl der Garnituren wird jedoch nicht reduziert, wie Michael Fröhlich, der Leiter des ÖBB-Regionalmanagements für die Ostregion, betonte: "Es fahren gleich viel Züge wie heute."

Konkret wird die Ostbahn mit der Süd- und Weststrecke bzw. der Pottendorferlinie verknüpft. Möglich wird dies aufgrund eines historischen Moments: der Teilinbetriebnahme des Wiener Hauptbahnhofs. Halten werden ab Dezember dort unter anderem die neue, verlängerte S80, die von Hirschstetten über den Hauptbahnhof und die Pottendorfer Linie nach Wiener Neustadt fährt.

Die S60 wird in Zukunft von Bruck an der Leitha über den Hauptbahnhof bis Wien-Hütteldorf und weiter in Richtung Westen rollen. Auch einen neuen Regional-Express (REX) gibt es: Er fährt von Bratislava über den Hauptbahnhof und Meidling bis Deutschkreuz. Wie Thomas Bohrn, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Ostregion, betonte, ergeben sich durch die Änderungen zum Beispiel Vorteile für Ostbahnkunden, die nun direkt nach Meidling und damit zur U6-Station Philadelphiabrücke fahren können.

Verbesserungen gibt es laut Bohrn auch für die Benutzer der S45, also der Vorortelinie. Diese verkehrt künftig nicht nur zur Rush-Hour, sondern auch tagsüber im Zehn-Minuten-Takt. Weiters wird die seit 2009 fast nur mehr von Güterzügen frequentierte Strecke zwischen dem Franz-Josefs-Bahnhof und St. Pölten wieder für den Personenverkehr genutzt. Die S40 wird dort stündlich unterwegs sein bzw. in der Hauptverkehrszeit im 30-Minuten-Takt von Wien nach Tulln.

Grundlegendes wird sich bei den Verbindungen in Richtung Westen ändern. Mit der Aufnahme des Betriebs auf der neuen Speed-Strecke zwischen Wien und St. Pölten wird die Fahrzeit zwischen den beiden Städten nur mehr 25 statt bisher rund 40 Minuten betragen. Davon profitiert vor allem der Fernverkehr.

Allerdings wird auch ein neuer Nahverkehrszug dort unterwegs sein - der REX200. Er ist, wie der Name schon andeutet, bis zu 200 km/h schnell und fährt von St. Valentin bzw. Amstetten über den neuen, an der Hochleistungsstrecke gelegenen Bahnhof Tullnerfeld bis zum Wiener Westbahnhof.

Auf der "alten" Strecke ergeben sich durch den Wegfall der Fernzüge mehr Möglichkeiten für den Nahverkehr. So wird es stündlich zwei Züge der S60 nach Tullnerbach-Pressbaum bzw. Rekawinkel geben. Wie ÖBB-Regionalchef Fröhlich betonte, lautet das Ziel weiterhin, bei der Westverbindung einen Viertelstundentakt anzubieten. Solange noch Fernzüge zum Westbahnhof und nicht (ab 2015, Anm.) direkt zum Hauptbahnhof fahren, wird dies laut ÖBB aber nicht möglich sein.

Eher unverändert bleibt das Angebot für Pendler, die aus dem Süden oder aus dem Norden in die Stadt kommen. Auch die Schnellbahn-Stammstrecke ist bereits an der Grenze der Kapazität angelangt, wie versichert wurde. Verwiesen wurde aber auch darauf, dass es mehr Pendler-Parkplätze geben wird - vor allem am neuen Bahnhof Tullnerfeld. Dort sollen 600 Stellplätzen zur Verfügung stehen.