Erstellt am 10. August 2012, 11:12

Ottakringer-Chefin bestätigt Interesse an Stiegl. Ottakringer-Chefin Christiane Wenckheim hat am Freitag im Ö1-Interview indirekt bestätigt, den Salzburger Konkurrenten Stiegl schlucken zu wollen. "Stiegl wäre immer schön", sagte die Managerin.

Die Konzernmutter Ottakringer Holding AG, zur der unter anderem Vöslauer Mineralwasser und die ungarische Brauerei Pecsi Sörfözde gehören, denke über Zukäufe nach, "Ottakringer selbst nicht", so Wenckheim, die auch sagte, sie wolle "Vorbild zum Biertrinken" sein. Ottakringer selbst könne ohne Fusion unabhängig bleiben.

Man bleibe sicher im 16. Wiener Gemeindebezirk, da der Biername an die Produktion an Ort und Stelle gebunden sei. Außerdem komme das Wasser für das "16er Blech" aus einem 120 Meter tiefen Brunnen in Ottakring. Der Platz vor der Brauerei - in der regelmäßig Bierparties stattfinden - wird neu gestaltet. Und zwar weil man sich als "Wahrzeichen Wiens" sehe, "wie das Riesenrad", so Wenckheim. Jährlich kämen bereits 100.000 Besucher in die Brauerei.

Punkten könnten Brauereien künftig mit Spezialprodukten, auch wenn der "Markt klassisches Bier begehrt". Die Krise werde das nicht ändern. "Außerdem ist die Krise ja Stammtischthema - und wir versorgen quasi die Stammtische", meinte die Unternehmerin und ehemalige Wurstelstand-Betreiberin. Die Krise böte außerdem die Möglichkeit, neue Chancen zu erkennen und wahrzunehmen.

Ob der Preis des Gerstensaftes wegen der schwachen Braugerstenernte - Österreich wird ein Fünftel des Gesamtbedarfs importieren müssen - weiter steigt, "wird man erst sehen". Sie hoffe, es werde keine bzw. eine nur sehr geringe Erhöhung notwendig.

Zu den Problemen der ungarischen Tochter sagte die bekennende Biertrinkerin, diese würde nicht abgestoßen. "Kinder, die heute nicht so fit sind, sollen großgezogen werden, um etwas aus ihnen zu machen", so Wenckheim.