Erstellt am 24. Mai 2012, 13:51

Outlet Parndorf zieht immer mehr Gäste aus Nicht-EU-Ländern an. Am meisten Geld geben Besucher aus Russland, China, Serbien und der Ukraine aus. Aber auch Touristen aus dem arabischen Raum sorgen in Parndorf für klingelnde Kassen.

"Insgesamt gaben Gäste aus Nicht-EU-Ländern im Geschäftsjahr 2011/12 um 79 Prozent mehr aus als im Jahr davor", sagte Mario Schwann, Center-Manager des Outlets Parndof, am Donnerstag in Wien vor Journalisten. Die Shoppingkaiser waren Russen, die fast doppelt so viel Geld da ließen als im Jahr 2010/11.

Kunden aus Nicht-EU-Ländern sorgen in Parndorf bereits für einen Umsatzanteil von 6 Prozent. Die meisten Besucher kommen freilich nach wie vor aus Österreich. Hier kommen wiederum die meisten aus Wien, gefolgt von Niederösterreichern und Burgenländern. Zum Shoppen nach Parndorf fahren außerdem viele Slowaken und Ungarn.

Um die kaufkräftigen Touristen aus Ländern außerhalb der EU entsprechend beraten zu können, werden Mitarbeiter eigens geschult. Nicht nur in den Modegeschäften, auch in der Gastronomie werde darauf in Zukunft besonders geachtet, so Schwann. Für arabische Gäste ist eine Halal-Kennzeichnung in Speisekarten angedacht, um für sie "erlaubtes" Essen zu kennzeichnen. Auch russische und chinesische Besucher sollen ihren Gewohnheiten entsprechend bedient werden.

Das Outlet Parndorf setzte im Geschäftsjahr 2011/12 (per Ende März) 20 Prozent mehr um als im Jahr davor. Absolute Zahlen gibt man bei McArthurGlen, dem Betreiber des Outlets, nicht bekannt. Zu diesem kräftigen Wachstum hat insbesondere eine Erweiterung im Vorjahr beigetragen. Im September 2011 eröffnete der "Fashion Plaza" mit 20 neuen internationalen Shops. Insgesamt kamen mit 4 Millionen Besuchern 12 Prozent mehr nach Parndorf als 2010/11. Auch in dem Outlet in Salzburg, das ebenfalls von McArthurGlen betrieben wird, seien zweistellige Zuwächse sowohl bei Umsatz als auch Besuchern erzielt worden, sagte der Chef der Region Nordeuropa, Thomas Immelmann, auf Nachfrage.

Im April machte in unmittelbarer Nähe des Outlets Parndorf das Fashion Outlet Villaggio auf. Sorgen bereitet der Konkurrent quasi um die Ecke Immelmann nicht: "Wir sehen keinen negativen Effekt, aber auch keinen positiven." Das aufgrund des neuen Outlets besonders viele Menschen in das burgenländische Parndorf kommen stelle er ebenso wenig fest wie eine besondere Neugierde. Aber auch im negativen Sinne bemerke er keine Kannibalisierung.

Der Standortberater RegioPlan sieht den Markt für Outlet-Center in Österreich mit dem kürzlich eröffneten so gut wie gesättigt. McArthurGlen, Betreiber von 20 Outlets in mehreren europäischen Ländern, hat in Österreich nach Immelmann keine Expansionspläne. Aber auch ein Sprung über die Grenze, sprich nach Ungarn oder in die Slowakei, sei kein Thema. Im Norden Hamburgs entsteht gerade ein neues Outlet. Bis 2015 seien zwei weitere Niederlassungen in Frankreich (Miramas und Vernon) geplant.