Erstellt am 25. Oktober 2011, 10:25

Palmers soll verkauft werden. Der österreichische Wäschekonzern Palmers soll verkauft werden, berichtet der "Standard" (Dienstag-Ausgabe).

Das haben die Mehrheitseigentümer - die Fonds Quadriga, 21 CP und die Wiener Lead Equities Mittelstandfinanzierungs AG - beschlossen und bereits Investmentbanker der französischen BNP Paribas mit der Käufersuche beauftragt. Vom Unternehmen liegt noch keine Stellungnahme vor.

Die BNP-Paribas-Investmentbanker sollen ein Memorandum erarbeitet und dieses schon an potenzielle Interessenten ausgeschickt haben - an Wäschebranchen-Kollegen wie Intimissimi oder Victoria's Secret, heißt es. Quadriga hält rund 55 Prozent an Palmers, 21 CP rund 22 Prozent und Lead Equities etwa 18 Prozent.

Mitte Juni war noch erklärt worden, man wolle an der Eigentümerstruktur nicht rütteln. Nicht verkauft wird dem Bericht zufolge der französische Dessous-Hersteller Lejaby, den Palmers 2008 um 45 Millionen Euro erworben hat. Das Unternehmen musste restrukturiert werden, wegen Arbeitskämpfen vor Gericht verzögerte sich die kostspielige Sanierung um ein Jahr. Die Produktion wurde nach Tunesien verlagert - die politischen Unruhen dort führten zu "katastrophalen" Lieferverzögerungen, wie es heißt. Die Zukunft von Lejaby wird dieser Tage in Frankreich entschieden, so der "Standard"; die Österreicher würden kein Geld mehr nachschießen.

Palmers hat ein Vertriebsnetz von rund 300 Filialen. Der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2010/11 (per Ende Jänner) lag bei 162 Millionen Euro, um fünf Prozent weniger als im Jahr davor. Die Palmers Textil AG allein trug 76,4 Millionen Euro dazu bei, wobei 64,8 Millionen auf Österreich entfielen.