Erstellt am 13. April 2011, 00:00

Pendeln ja, siedeln nein. JUGEND OHNE JOB / Junge Leute haben es nach wie vor schwer am heimischen Arbeitsmarkt. Neue Maßnahmen sollen helfen.

Obwohl die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen seit 2010 wieder im Sinken ist, ist sie im Burgenland österreichweit am zweithöchsten (siehe Infobox). Ende März waren 1085 junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren beim AMS als arbeitssuchend gemeldet. „Unsere Jugendlichen haben es schwer, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen“, so AMS-Chefin Helene Sengstbratl. „Denn die Zahl der regional vorhandenen freien Stellen ist begrenzt und ein Teil der Jugendlichen ist nur im Notfall bereit, für einen Arbeitsplatz den Wohnort zu verlassen“, so die AMS-Chefin. Laut einer aktuellen Studie sind Jugendliche eher zum Pendeln bereit, als ihren Wohnort zu wechseln. „2300 pendeln nach Wien, 2600 nach Niederösterreich oder in die Steiermark“, erklärt Sengstbratl.

„Es gibt leider auch immer wieder Arbeitsplätze, die von den Jugendlichen nicht angenommen werden“, erkennt auch Landeshauptmann Hans Niessl das Problem im Burgenland. Derzeit werde gerade ein neues Jugendpaket angedacht. Niessl befürwortet die von Sozialminister Rudolf Hundstorfer vorgeschlagene Ausbildungspflicht, damit die Jugendlichen erfolgreicher in die Arbeitswelt integriert werden können.



JUNGE ARBEITSLOSE *)
• Wien:  10,3 Prozent
• Burgenland:  9,8 Prozent
• Kärnten:  8,8 Prozent
• Niederösterreich:  8,3 Prozent
• Österreich gesamt:  7,5 Prozent
• Steiermark:  7,5 Prozent
• Vorarlberg:  6,3 Prozent
• Tirol:  5,9 Prozent
• Oberösterreich:  5,5 Prozent
• Salzburg:  4,8 Prozent
*) Jugendliche zwischen 19 und 25 Jahren im Vorjahr.