Erstellt am 13. Oktober 2010, 12:31

Pfusch-Anzeigen stiegen an. SCHWARZARBEIT / Die Anzahl der Schwarzarbeiter war im ersten Halbjahr 2010 leicht rückläufig. Dafür stieg die Zahl jener Unternehmen, die Schwarzarbeiter beschäftigten.

 |  NOEN, Wodicka; A-4062 Thening (BilderBox)
VON DORIS SEEBACHER
Zehn Mitarbeiter der KIAB (Kontrolle der illegalen Arbeitnehmerbeschäftigung) sind im Burgenland das ganze Jahr über unterwegs, um Schwarzarbeiter auf frischer Tat zu ertappen. Gestiegen ist hierbei die Anzahl der Strafanträge gegen Betriebe, die ihre Mitarbeiter nicht bei der Sozialversicherung angemeldet haben (um fast vier Prozent). Fast die Hälfte davon betraf die KFZ-Branche. Die Anzahl der Strafanträge wegen illegaler Ausländerbeschäftigung stieg sogar um über zehn Prozent. Hier gab es die meisten Fälle am Bau und in der Gastronomie.

Strafen variieren je nach Häufigkeit des Vergehens
Die Strafen für Schwarzarbeit sind verschieden hoch. „Prinzipiell wird der Arbeitgeber bestraft“, heißt es vonseiten des BMF (Bundesministerium für Finanzen). Die Höhe der Strafe kann von 730 Euro bis hin zu 50.000 Euro betragen. Die Schwarzarbeiter selbst müssen mit 200 Euro bis 4000 Euro rechnen, abhängig jeweils davon, ob es sich um ein einmaliges oder bereits um ein mehrfaches Vergehen handelt.

Ausreden: „Nur Taschengeld, Meldung erfolgt später“
Um Ausreden sind die Schwarzarbeiter oder deren Arbeitgeber bei einer Kontrolle durch die KIAB nie verlegen. Die häufigsten dabei sind: „Mein Steuerberater hat erst ab neun Uhr geöffnet“, „Wir sind nur kurzfristige Aushilfen oder Familienmitglieder“ oder „Ich arbeite nur für ein Taschengeld oder für eine Gegenleistung“.

„Kleiner Pfusch“ ist immer mehr rückläufig
Im Burgenland verursacht die Schwarzarbeit jährlich einen Schaden in Höhe von einer halben Milliarde Euro. Positiv zu vermerken sei jedoch, dass der sogenannte „kleine Pfusch“, der auch unter dem Begriff „Nachbarschaftshilfe“ bekannt ist, immer mehr rückläufig ist. Das konnte bei der Pfuscherhotline der Wirtschaftskammer Burgenland beobachtet werden. „Anrufe kommen hier hauptsächlich von Privatpersonen, die beispielsweise im Wirtshaus hören, wie jemand herumprahlt, was er beim Pfuschen verdient“, heißt es vonseiten der Pfuscherhotline.

Grund für den Rückgang: „Firmen haben preislich stark nachgelassen, weil sie aufgrund der immer größer werdenden Konkurrenz immer strenger kalkulieren müssen“, so die Wirtschaftskammer.

Zahlen im 1. Halbjahr:

Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2010 563 Betriebe und 1304 Arbeitnehmer von der KIAB im Burgenland kontrolliert.
Dabei wurden 204 illegal beschäftigte Ausländer in 117 Betrieben ertappt.
Gegen diese 117 Betriebe wurden Strafanträge gestellt (um 58 mehr als 2009).
Weitere 98 Strafanträge wurden gegen Betriebe gestellt, die ihre Arbeitnehmer nicht bei der Sozialversicherung angemeldet haben (um 20 Betriebe mehr als 2009).
In sechs Fällen lag Sozialbetrug vor (um drei mehr als 2009).