Erstellt am 30. März 2012, 12:51

Pilotenabgänge bei AUA beeinträchtigen Flugbetrieb. Die Austrian Airlines dürften ab Mai in Probleme beim Flugbetrieb bekommen, wenn es tatsächlich zum zwangsweisen Umstieg des AUA-Kollektivvertrags in den billigeren Tyrolean-KV und damit zu Massen-Abgängen von AUA-Piloten kommt, warnt Bordbetriebsrat Karl Minhard. Das am Samstag endende Ultimatum des Aufsichtsrats zur Streitbeilegung dürfte verstreichen. Nächster Schicksalstag ist der 5. April.

Die Austrian Airlines dürften ab Mai in Probleme beim Flugbetrieb bekommen, wenn es tatsächlich zum zwangsweisen Umstieg des AUA-Kollektivvertrags in den billigeren Tyrolean-KV und damit zu Massen-Abgängen von AUA-Piloten kommt, warnt Bordbetriebsrat Karl Minhard. Das am Samstag endende Ultimatum des Aufsichtsrats zur Streitbeilegung dürfte verstreichen. Nächster Schicksalstag ist der 5. April.

Sobald der AUA-Aufsichtsrat am 5. April den Betriebsübergang auf Tyrolean beschließt, könnten die Mitarbeiter mit vollen Abfertigungen das Weite suchen - und zwar binnen eines Monats ab Feststellung einer Verschlechterung durch einen erzwungenen Übergang. "Wir rechnen damit, dass dann in einem Monat 200 bis 300 Piloten das Unternehmen verlassen", sagte Minhard.

"Das heißt die AUA steht am Boden. Das ist fast wie ein Konkurs" warnte Minhard. Er sprach von einem "Bauchfleck, der die AUA in der Substanz bedroht. Wir sehen diesem Vorhaben mit größter Sorge entgegen." Er appellierte ans Management, diesem Crashkurs Einhalt zu gebieten.

"Wenn am Donnerstag der Betriebsübergang beschlossen wird, dann laufen Fristen an. Damit wird eine Klagsflut einhergehen. Wir werden Feststellungsklagen einbringen", kündigte Minhard an. Schon in den vergangenen Tagen hätten 60 Piloten um ihre Abfertigung angesucht. Sechs Personen - vier davon krankheitsbedingt - seien berücksichtigt worden, bei allen anderen sei das von der AUA gestoppt worden.

Klagen würde der Betriebsrat in enger Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft vida einbringen, kündigte Minhard an. Details wollte er vorläufig nicht nennen, aber er kann sich vorstellen, dass die Causa bis zum Europäischen Gerichtshof (EuGH) geht.

Auf Basis der bestehenden Regeln im Kollektivvertrag (der von der AUA ja aufgekündigt ist), hat der Bord-Betriebsrat sein eigenes Einspar-Angebot formuliert: Während die Vorstands-Forderung im gesamten 220-Millionen-Sparpaket für die AUA dem fliegenden Personal 13,2 Mio. Euro abverlange, laute das Verhandlungsangebot des Bord-Betriebsrates auf 14 Mio. Euro im ersten Jahr plus 33 Mio. Euro Einmaleffekt - letzteres durch angebotene spätere Piloten-Pensionierungen durch Auflösung von Rücklagen.