Erstellt am 06. September 2011, 14:05

Pilz will Aufklärung über OMV-Geld an Mensdorff. Der Grüne Abgeordnete Peter Pilz will Klarheit über Zahlungen des börsenotierten Mineralölkonzerns OMV an den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly. Pilz geht von Zusammenhängen mit dem Kauf der rumänischen Petrom aus, wie er am Dienstag erklärte. Er will nun eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft einbringen.

Der Grüne Abgeordnete Peter Pilz will Klarheit über Zahlungen des börsenotierten Mineralölkonzerns OMV an den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly. Pilz geht von Zusammenhängen mit dem Kauf der rumänischen Petrom aus, wie er am Dienstag erklärte. Er will nun eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft einbringen.

Der Abgeordnete vermutet den Verdacht auf Schmiergeldzahlungen und Korruption bzw. Untreue. Bereits im Juni 2009 hatte Pilz die Geldflüsse der OMV an Mensdorff-Pouilly in die Schlagzeilen gebracht, damals ging es um den Verdacht auf Geldwäsche. Die OMV hatte damals eine Geschäftsbeziehung zu Mensdorff bestätigt: "Ja, es gab ein Vertragsverhältnis, dieses liegt drei Jahre zurück. Danach gab es kein weiteres", hieß es damals in der "Presse".

Bei einer Hausdurchsuchung der Staatsanwaltschaft Wien bei Mensdorff-Firmen am 12. September 2008 habe es zwei Zufallsfunde gegeben, so Pilz am Dienstag. Einerseits Telekom-Überweisungen, andererseits OMV-Zahlungen. Bis zum Jahr 2005 habe Mensdorff von der OMV eine Million Euro in mehreren Tranchen auf das Konto seines Beratungsunternehmens MPA erhalten, sagte Pilz. Im Februar 2005 habe die OMV weitere 500.000 Euro auf ein Konto der Briefkastenfirma Brodman Business S.A. auf den British Virgin Islands überwiesen. Brodman habe Timothy Landon, Mensdorffs verstorbenen "Wahlonkel", gehört und werde von den Ermittlungsbehörden Mensdorff zugerechnet, behauptet der Grüne Abgeordnete.

Im Jahr 2004 habe die OMV im Rahmen der Petrom-Privatisierung zunächst um 669 Mio. 33,34 Prozent der Aktien gekauft und den Anteil dann mittels einer Kapitalerhöhung von weiteren 830 Mio. auf 51 Prozent erhöht. Im Juni 2006 habe eine rumänische Wirtschaftszeitung eine Schätzung veröffentlicht, wonach die OMV die Petrom um den halben Wert erhalten habe, erläutert Pilz.

In Gesprächen mit OMV-Vertretern habe er herausfinden wollen, was Mensdorffs Leistung gewesen sei, erklärte Pilz. Dieser sei ja kein Experte für Erdölförderung, sondern habe von drei Dingen wirklich Ahnung: "Truthähne, Jagd und Schmiergeld." Er sei jedenfalls auf das Rumänien-Geschäft hingewiesen worden und dass in Rumänien "alles korrupt" sei. Der Vorstand soll Pilz zufolge informiert gewesen sein.