Erstellt am 20. Oktober 2014, 14:47

von APA Red

Wetter und Schädling verringern Süßweinmenge. Das feuchte, Pilzerkrankungen begünstigende Wetter, erfordert heuer bei der Weinlese im Burgenland vom Winzer genaue Selektion.

Nasse Angelegenheit. Das Weingut Haider aus Illmitz musste zur heurigen Weintraubenernte unter etwas feuchten Bedingungen antreten.  |  NOEN, Haider

Für eine geringere Erntemenge wird außerdem ein Schädling verantwortlich gemacht: Die Kirschessigfliege legt Eier in die Trauben und verdirbt ihren Geschmack. Die Landwirtschaftskammer Burgenland untersucht nun die Verbreitung der Fliege.

Essigfäule bereitet Winzern Sorgen

Besonders in der Süßweinanbaugemeinde Illmitz klagen Winzer über große Ausfälle, berichtete am Montag der ORF Burgenland. Während die Edelfäule für die Süßwein-Herstellung wichtig ist, ist die ursprünglich in Asien heimische Kirschessigfliege nicht willkommen: Sie hat einen spitzen Eiablageapparat, mit dem sie die Beeren ansticht. Dann legt sie die Eier in der Frucht ab. Die Larven ernähren sich vom Fruchtfleisch, es kommt zum Saftaustritt und zur Essigfäule, erläuterte Daniel Pachinger von der Landwirtschaftskammer.

Auch in Deutschland sei die Fliege bereits aufgetreten. Dort wurde versucht, ihr mit Pflanzenschutzmitteln den Garaus zu machen. Das sei aber problematisch, weil sie gerade zur Zeit der Ernte auftrete. Deshalb könne man das Mittel nicht direkt im Bereich der Trauben anwenden, sondern müsse es ins Laub oberhalb der Trauben spritzen.

Witterung sorgt für zusätzliche Einbußen

Auch gefaultes Lesegut werde, wenn man es in Weingärten liegen lässt, zu einem Nährmedium für die Kirschessigfliege. Heuer sei bedingt durch die Witterungseinflüsse ohnehin für Winzer bereits ein schweres Jahr, so Pachinger. Feuchtigkeit sei optimal für Pilzkrankheiten. Bei der Weinlese war deshalb ein zusätzlicher Arbeitsaufwand notwendig. Trotz einer leichten Abnahme bei der Menge sei es bei Prädikatsweinen aber dennoch möglich gewesen, ein sehr gutes Grundprodukt in den Keller zu bringen.

Bereits im vergangenen Jahr sei die Kirschessigfliege im Burgenland in Weinkulturen in St. Margarethen aufgetreten, schilderte Pachinger. Die Landwirtschaftskammer führt deshalb ein Monitoringprojekt durch, um die Verbreitung des Schädlings festzustellen.