Erstellt am 23. September 2011, 15:26

Pleite Griechenlands immer häufiger genannt. Der griechische Finanzminister Venizelos soll erstmals über eine geordnete Umschuldung Griechenlands mit einem Schuldenschnitt von 50 Prozent gesprochen haben.

Dies berichteten übereinstimmend mehrere griechische Medien am Freitag. Der US-Ökonom Kenneth Rogoff hält einen Schuldenschnitt für unvermeidlich, der niederländische Notenbankchef schließt eine Pleite Griechenlands nicht mehr aus.

"Dies ist eines der Szenarien", sagte Klaas Knot, Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank in einem Interview mit der niederländischen Wirtschaftszeitung "Het Financieele Dagblad". "Ich war lange davon überzeugt, dass ein Konkurs nicht erforderlich ist." Die Nachrichten aus Athen seien jedoch nicht ermutigend. Zudem habe Griechenland noch keinen glaubwürdigen Plan zur Wiederherstellung der Wirtschaft vorlegen können. "Das scheint mir kein böser Wille zu sein, aber es gibt Zweifel an der Qualität der Behörden und daran, dass die Politik das Land ausreichend im Griff hat."

Den Gläubigern Griechenlands steht nach Ansicht von US-Ökonom Kenneth Rogoff ein harter Schuldenschnitt bevor. Athen werde seine Verpflichtungen nicht erfüllen können, sagte der Harvard-Professor und Experte für Staatsverschuldungen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Die Gläubiger werden von einem Euro nominalen Schulden wahrscheinlich nur 30 oder 40 Cent wiedersehen, vielleicht noch weniger", erwartet Rogoff. "Das ist unvermeidlich."

Venizelos präsentierte am Freitag in New York der IWF-Chefin Lagarde sowie Bankern die neuesten Sparbeschlüsse seiner Regierung. Zudem will Venizelos für die Beteiligung von amerikanischen Banken bei der Beteiligung des privaten Sektors an dem im Juli geschnürten zweiten Hilfspaket werben.

Am Donnerstag hatte Venizelos den Abgeordneten seiner Partei verschiedene Szenarien vorgelegt. Eines davon sei der Verbleib des Landes im Euroland mit einem Schuldenschnitt von 50 Prozent, berichteten die Medien.