Erstellt am 11. Juni 2013, 13:03

Pölzl will Postler leistungsabhängiger bezahlen. Die Österreichische Post hat für das Geschäftsjahr 2012 zehn Prozent des Ergebnisses als Prämie an ihre Mitarbeiter ausgeschüttet, künftig soll der Leistungsfaktor einen noch größeren Anteil des Postler-Einkommens ausmachen.

Derzeit gibt es eine erfolgsabhängige Gehaltskomponente nur für Führungskräfte, sie macht bis zu 50 Prozent des Gehalts aus. So einen hohen Erfolgsanteil soll es jedoch für die breite Masse der Postler nicht geben. Im Vorjahr wurden rund 20 Mio. Euro an Prämien ausgeschüttet, insgesamt wendet die börsenotierte teilstaatliche Post AG rund ein Milliarde Euro fürs Personal auf. Bei den derzeit laufenden Kollektivvertragsverhandlungen spielt die leistungsabhängige Bezahlung noch keine Rolle, hier gelte es zuerst einmal Aufklärungsarbeit zu leisten, so Post-Chef Georg Pölzl am Dienstag.

Bei anderen Unternehmen, wie etwa der Telekombranche, sei jedenfalls eine Erfolgskomponente schon gang und gäbe. Die Leistung soll unter anderem durch Befragung der Kunden festgestellt werden, wobei es nicht immer individuell angepasste Prämien geben wird, in Filialen denkt Pölzl zum Beispiel an Teamprämien.

Sehr zufrieden zeigte sich Pölzl am Dienstag vor Journalisten mit der Werbeaktion "Super-Postler". 430.000 Stimmen wurden abgegeben, alleine 3.600 Mitarbeiter hätten mehr als zehn Stimmen erhalten. Derzeit laufe gerade eine bundesweite Mitarbeiterbefragung zur Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber.

Einmal mehr zeigte er sich etwas enttäuscht über das Programm "Postler zum Bund". Hier würden die Ministerien aufgrund budgetärer Überlegungen etwas auf der Bremse stehen. Nach wie vor warten rund 500 Postler auf eine unternehmensinterne oder externe Beschäftigung.

Pölzl hofft auch diese noch unterzubringen, etwa durch neue Geschäftsfelder. Er denkt über die Lebensmittelzustellung und die Auslieferung von Waren noch am Tag der Bestellung ("Same-Day-Delivery") nach.