Erstellt am 02. Juni 2011, 16:21

Polen droht Alpine mit Vertragsauflösung. Der Ton zwischen Polen und der Alpine Bau wegen des entstehenden Nationalstadions in Warschau wird schärfer. Das Nationale Sport-Zentrum (NCS), das den Staat als Auftraggeber vertritt, hat der österreichischen Firma mit einer Kündigung des Vertrags gedroht. Grund sind Verzögerungen beim Stadionbau, die zur Absage einer Motorradshow führte, mit der die Arena im August eingeweiht werden sollte.

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Der Ton zwischen Polen und der Alpine Bau wegen des entstehenden Nationalstadions in Warschau wird schärfer. Das Nationale Sport-Zentrum (NCS), das den Staat als Auftraggeber vertritt, hat der österreichischen Firma mit einer Kündigung des Vertrags gedroht. Grund sind Verzögerungen beim Stadionbau, die zur Absage einer Motorradshow führte, mit der die Arena im August eingeweiht werden sollte.

Innerhalb von 14 Tagen solle der Auftragnehmer, ein Konsortium der Alpine mit zwei polnischen Baufirmen, einen realistischen Zeitplan vorlegen, wie er die Mängel des Baus beheben und die Arbeiten abschließen wolle, erklärte der NCS-Vorsitzende Rafal Kapler. Sollte dies nicht gelingen, werde das NCS von seinem Recht gebrauchen, eine Vertragsstrafe zu verlangen. Außerdem könne es zu einer Kündigung des 2009 geschlossenen Vertrages kommen.

Kapler warf der Alpine vor, die Arbeiten nicht schnell genug voranzutreiben. So fehle es an Arbeitskräften und der Bereitschaft, auch an den Wochenenden weiterzubauen. "Die Verzögerung kam durch eine schlechte Organisation zustande", so Kapler.

Probleme gibt es etwa mit Nottreppen, die von den Rängen direkt ins Freie führen und die nach Angaben des NCS nicht vorschriftsgemäß ausgeführt seien. Wie lange es dauern wird, den Schaden zu beheben, sei unklar. Außerdem sind die Pläne für die Elektroinstallation des Stadions unvollständig, wie auch die Alpine erklärte.

Im Nationalstadion mit seinen 58.000 Plätzen soll das Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft 2012 stattfinden, die in Polen und der Ukraine ausgetragen wird. Die Baukosten werden 1,25 Mrd. Zloty (315 Mio. Euro) betragen.