Erstellt am 07. Mai 2014, 11:28

Polizei als Pfuscherbekämpfer. Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth fordert Polizeieinsatz im Kampf gegen Schwarzarbeit. Schützenhilfe kommt von WKÖ-Präsident Leitl, der eine Ende des Verständnisses für die Öffentliche Hand sieht.

Präsident Dr. Christoph Leitl mit Präsident Ing. Peter Nemeth bei Josef und Matthias Unger, Foto: Lexi  |  NOEN, Lexi
Burgenlands Betriebe klagen verstärkt über den steigenden Wettbewerbsdruck. Schwarzarbeit und illegale Arbeitstrupps sorgen bei den heimischen Unternehmen gerade in der Grenzregion für eine ungleiche Ausgangssituation. Der Graubereich sei riesig, sagt Wirtschaftskammerpräsident Ing. Peter Nemeth, es herrsche vielerorts eine Politik des Wegsehens.

„Speziell an den Wochenenden ist das Burgenland ein Pfuscherparadies“, so der Unternehmervertreter. Er fordert, dass die Polizei in die Schwarzarbeitkontrolle eingebunden wird, und nicht nur bestehende Firmen von der Finanzpolizei besucht werden. „Es wäre leicht möglich, dass die Polizei im Auftrag der Bezirkshauptmannschaft aktiv wird. Einfache Kontrollen von Ausweisen und Arbeitsgenehmigungen würden bereits genügen“, erklärt Nemeth.

"Das betrifft auch die Arbeitnehmer"

Schützenhilfe für den Nemeth-Vorschlag kommt von Wirtschaftskammer Österreich-Präsident Dr. Christoph Leitl bei seinem Besuchstag im Südburgenland. „Die Leute sind an der Grenze ihres Verständnisses für die Öffentliche Hand angelangt. Das geht nicht nur den Unternehmern so, das betrifft auch die Arbeitnehmer“, so Leitl.

Von sechs Prozent Lohnerhöhungen, die sozialpartnerschaftlich als Kosten für die Betriebe vereinbart würden, kämen nur ein Prozent bei den Arbeitnehmern an, fünf Prozent stecke die Öffentliche Hand ein. „Das schädigt die Kaufkraft, das schädigt die Leistungswilligkeit und Leistungsbereitschaft", erklärt Leitl, der sich jetzt einen „Paukenschlag von der Regierung“ erwarte.