Erstellt am 15. November 2011, 07:49

Postchef Pölzl sieht Tarifreform positiv. Mit Anfang Mai dieses Jahres hatte die Post ihre Tarife für den Briefversand von gewichts- auf formatbasierend umgestellt und geschwindigkeitsabhängig gestaffelt, nun zog Postchef Georg Pölzl ein positives Resümee.

Die Umstellung habe aber am Anfang für mehr Verwirrung gesorgt, als man erwartet hatte. Mittlerweile hätten sich die Kunden jedoch darauf eingestellt.

Besonders offensichtlich sei das bei den deutlichen Zuwachsraten beim "Economy-Brief". Seit knapp sieben Monaten können Geschäftskunden beim Briefversand zwischen einem "Premium-Produkt" und einem "Economy-Produkt" wählen. Bei ersterem wird der Brief am nächsten Tag zugestellt, bei letzterem innerhalb von zwei bis drei Tagen.

Die vollkommene Liberalisierung des Postmarktes mit Jahresbeginn 2011 habe jedenfalls zu erheblichen Herausforderungen geführt, auf die die Post unter anderem mit der Tarifreform beim Brief reagiert habe. Pölzl glaubt auch weiterhin nicht, dass ihm ein großer internationaler Konzern den Markt flächendeckend streitig machen könnte. Es werden sich aber vermehrt Mitbewerber die Rosinen in den Ballungsräumen rauspicken, warnt Pölzl.

An der Umstellung von Postfilialen in Post-Partner werde weiterhin festgehalten, diese habe sich sehr gut bewährt. Mittlerweile hat die Post 1.881 Geschäftsstellen (Ämter wie Partner), deutlich mehr als im Postmarktgesetz festgeschrieben sind.

Beim Arbeitskonflikt, der vor zwei Wochen in einer Streikdrohung gipfelte, sieht Pölzl das Unternehmen auf dem richtigen Weg. Man habe bereits ein umfangreiches Arbeitsprogramm gemeinsam mit der Postgewerkschaft ausgearbeitet und einen straffen Zeitplan erstellt. Noch heuer soll eine große Steuerungskommission zusammentreten. Aber eines müsse klar sein: "Wir können mit der Restrukturierung nicht stehen bleiben", so Pölzl.