Erstellt am 22. Januar 2013, 14:28

Postgewerkschaft weiter auf Kriegsfuß mit Vorstand. Der Streit um die angebliche Überlastung der Briefträger der teilstaatlichen österreichischen Post AG samt Streikdrohung der Personalvertretung brodelt weiter.

Am Dienstag verwies die Personalvertretung darauf, dass Arbeitszeitaufzeichnungen "vielerorts eklatante Überschreitungen der Arbeitsstunden" bestätigen würden. Bis zu zwölf Stunden Zustellung seien weder Mitarbeitern noch Kunden zuzumuten. Zudem würden die Zusteller täglich bis zu einer Tonne Post transportieren, hieß es. "So lange die Rayone trotz voller Arbeitsauslastung vergrößert werden, so lange beenden wir die gewerkschaftlichen Maßnahmen sicher nicht", drohte Helmut Köstinger, Vorsitzender der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten (GPF). Auf längere Sicht sei ein Streik nicht auszuschließen, hieß es zuletzt.

Inakzeptabel sei beispielsweise, dass der Postvorstand, so Köstinger, noch während der Verhandlungen die geplanten Rayonsveränderungen bereits in die Systeme eingespielt und die Daten an Post-Großkunden weitergegeben habe.

Dass in der Post Feuer am Dach sei, beweise, dass "uns heute von zehn Neuaufnahmen sieben in kürzester Zeit wieder verlassen", so Köstinger. Ältere Kollegen würden zudem "aus dem Unternehmen gedrängt", hielt der Gewerkschafter dem Post-Vorstand weiters vor. "Die Mobbingvorwürfe nehmen dramatisch zu." Nun würden die Mitarbeiter geschützt, "Aktienkurse interessieren uns dabei nicht", sagte Köstinger.