Erstellt am 24. Oktober 2011, 14:28

Postler drohen mit Kampfmaßnahmen. Die Postgewerkschaft macht mit ihrer Drohung wahr, sich am Dienstag vom ÖGB eine Streikfreigabe zu holen. Dies wurde am Montag im Zentralausschuss beschlossen, so Postgewerkschaftschef Köstinger.

Köstinger gibt Postchef Pölzl nun eine Woche Zeit, auf die Forderungen der Gewerkschaft zu reagieren - oder einen Streik in Kauf zu nehmen. "Wir schrecken davor nicht zurück", warnt Köstinger.

Auslöser des Arbeitskonfliktes sind Mitarbeitergespräche, die mit jenen Postlern geführt werden, die fast schon zehn Jahre dabei sind oder kurz vor dem fünfzigsten Lebensjahr stehen und danach nahezu unkündbar sind. Pölzl verteidigt das Vorgehen, schließlich sei es auch den anderen Postlern nicht zumutbar, dass Personen mit geringem Leistungswillen für immer ans Unternehmen gebunden werden. Dies würde aber nur rund 20 Mitarbeiter betreffen.

Stimmt nicht, sagt Köstinger, der von mehreren hundert von der Kündigung bedrohten Bediensteten spricht. Dabei habe die Post ohnehin großen Personalbedarf, da jetzt schon immer wieder Mitarbeiter aus dem Urlaub geholt würden, um Dienststellen überhaupt besetzen zu können. In den Filialen würde die Post sogar schon auf Zeitarbeiter zurückgreifen.

Ein Dorn im Auge der Gewerkschafter sind auch die Auslagerungen von Beschäftigten entweder an Drittanbieter oder die Posttochter Feibra, wo die Mitarbeiter weit günstigere Dienstverträge haben. Verärgert reagiert Köstinger auch darauf, dass ältere Beschäftigte gegen ihren Willen in die Frühpension gedrängt würden.

Zur Aussage von Pölzl, wonach der die Streikdrohung nicht verstehe, da er ja ohnehin ständig im Kontakt mit den Belegschaftsvertretern ist, merkte Köstinger an: "Ja, er redet mit uns, aber es tut sich nichts."