Erstellt am 21. November 2014, 12:34

von APA Red

Potenzial der Stromspeichertechnologie wird untersucht. Im September 2013 wurde das Burgenland stromautark - zumindest rechnerisch. Nun startet das Zentrum für Erneuerbare Energie in Güssing ein Forschungspprojekt dazu.

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Um laut Energie-Burgenland-Vorstandsdirektor Alois Ecker auch die "tatsächliche Stromautarkie" zu schaffen, seien "Stromspeichersysteme notwendig um die Entwicklung von der rechnerischen zur tatsächlichen Stromautonomie zu schaffen". Im Rahmen eines neuen Forschungsprojekts soll nun das Potenzial der Speichertechnologie untersucht werden, so Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (ÖVP) am Freitag.

"Erzeugten Strom auch im Land behalten"

Das Europäische Zentrum für Erneuerbare Energie in Güssing (EEE) werde sich intensiv mit dem Thema Strom und seine Speicherung beschäftigen, erläuterte Steindl vor Journalisten.

Dabei wolle man "durchchecken, wie schaut das aus, wenn wir diese Speicherkapazitäten in Zukunft vermehrt einsetzen, was ist der Stand der Technik, wie schauen die Marktanalysen aus, gibt es Anwendungsbereiche, Entwicklungspotenziale, gibt es Kombinationen. Hier wird eine Art Energieführer erarbeitet", so der Landeshauptmannstellvertreter.

"Wir wollen den Strom, den wir im Land erzeugen auch im Land behalten", erklärte Vorstandsdirektor Ecker. "Speicher werden langfristig gebraucht, um die Energiewende sicherzustellen."

Grundlage in den nächsten Monaten erarbeiten

Aktuell rechne sich die reine Investition in Speicher - etwa in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage - nicht. Die Energie Burgenland wolle hier Modelle entwickeln, wo sowohl der Kunde als auch der Betreiber eines Speichers profitieren können. Eine Vision wäre etwa, dies in Form einer Einmietung umzusetzen. Das sei ein "innovativer Ansatz", müsse aber zunächst untersucht werden.

Laut EEE-Geschäftsführer Joachim Hacker sollen verschiedene Anwendungsbereiche von Speichersystemen untersucht sowie die derzeitigen Einsatzgebiete dargestellt werden, um Potenziale und Möglichkeiten sowohl für Energieversorger als auch für private Anwendungen zu identifizieren. In den nächsten Monaten wolle man eine Grundlage erarbeiten, sagte Hacker. Mit ersten Ergebnissen dürfte seiner Einschätzung nach im nächsten Halbjahr zu rechnen sein.

Derzeit drei Pilotprojekte zum "Zukunftsthema"

Derzeit gibt es im Burgenland drei Gemeinden mit Pilotprojekten zum "Zukunftsthema" Speichersysteme. Im nordburgenländischen Stotzing wurde eine Photovoltaik-Anlage mit Speichersystemen auf dem Dach der Kläranlage gebaut. Diese Anlage ist seit Juni in Betrieb, die Gemeinden Mischendorf und Deutsch Schützen sind derzeit noch im Planungsstadium.

Außerdem sind bereits 13 Gemeinden mit ihren Photovoltaik-Anlagen am Netz und erzeugen Strom aus Sonnenkraft. Abgesehen von der Stadt Güssing, die auf eine kommunal finanzierte Anlage setze, haben alle zwölf weiteren Gemeinden ein Bürgerbeteiligungsmodell gewählt. Diese Gemeinden will Steindl künftig weiter unterstützen.

Jede Gemeinde, die eine Photovoltaik-Anlage mit Bürgerbeteiligung errichtet, erhält zu den Errichtungskosten einen Investitionszuschuss von 30 Prozent (maximal 6.000 Euro) aus dem Topf der Bedarfszuweisungen.