Erstellt am 17. Oktober 2014, 11:12

von Heinz Bidner

Preisabsprachen: Austrotherm zahlt Strafe. Der NÖ-Dämmstoffproduzent kommt mit 187.500 Euro davon, da er beim Preisabsprachereigen in der Branche nur eine untergeordnete Rolle spielte. Bislang wurden 1,6 Millionen Euro von den Wettbewerbshütern erwirkt.

 |  NOEN, Michael Pekovics
Nach Steinbacher, Swisspor, Baumax, Hornbach, Obi und Bauhaus in den Jahren 2012 und 2013 hat die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) nun die nächste Strafe in der Dämmstoffbranche erwirkt.

Austrotherm, das zur Schmid Industrie Holding in Wopfing gehört, zahlte demnach 187.500 Euro, wie beide Seiten gegenüber der NÖN bestätigen.

Laut BWB kam es zu horizontalen Preisabstimmungen

Damit steigt die Gesamtsumme der von der BWB verhängten Geldbußen in der Branche auf über 1,6 Millionen Euro. Mit dieser Entscheidung ist das Gesamtverfahren jedoch noch nicht beendet, weil weitere Unternehmen im Verdacht stehen, an Absprachen beteiligt gewesen zu sein, so die BWB.

Austrotherm habe mit der Behörde an der Aufklärung des Sachverhalts zusammengearbeitet und das kartellrechtswidrige Verhalten anerkannt, so ein Sprecher der Wettbewerbshüter. Das Unternehmen war demnach in den Jahren 2009 bis 2011 an einem Kartellverstoß im Vertrieb von Dämmstoffen beteiligt.

In diesem Zusammenhang kam es laut BWB zu horizontalen Preisabstimmungen zwischen Austrotherm und Wettbewerbern hinsichtlich des Vertriebs von Dämmstoffen - insbesonders durch die Versendung von Preislisten zwischen Wettbewerbsunternehmen.

Schmid: „Nur einzelne Mails mit heiklen Preisinformationen“

Robert Schmid, Chef der Schmid Industrie Holding, betont, dass Austrotherm die geringste aller bisher verhängten Strafen gezahlt hat: „Die untergeordnete Bedeutung von Austrotherm wurde ja festgestellt, weshalb es die niedrigste Geldbuße ist.“ Denn: „Es gab nur einzelne Mails mit heiklen Preisinformationen, die hier verschickt wurden.“

Problematisch sei dabei zudem, dass Mitbewerber oft auch Kunden wären. Da man lange Verfahren und das Prozesskostenrisiko vermeiden wollte, habe man sich mit der BWB geeinigt.  Mittlerweile hätten bei Austrotherm auch Schulungen zum Thema rechtkonformes Verhalten am Markt stattgefunden. Auch weiterhin sollen bei Novellierungen des Rechts Schulungen stattfinden.

Der international tätige Dämmstoffproduzent Austrotherm hat den Sitz in Wopfing nahe Wiener Neustadt, die heimischen Werke befinden sich in Pinkafeld (Bezirk Oberwart) und Purbach (Bezirk Eisenstadt).