Erstellt am 28. Juni 2011, 12:19

Privatinsolvenzen stark steigend. Die Unternehmensinsolvenzen stagnieren auf hohem Niveau, während es bei den Privatkonkursen einen kräftigen Anstieg gibt.

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Rund 10.000 Privatpersonen und ehemalige Unternehmer werden heuer in Insolvenz gehen, im ersten Halbjahr 2011 wuchs die Zahl auf knapp 5.000, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von acht Prozent. Den größten Anstieg bei den Privatinsolvenzen hat es in Niederösterreich gegeben, wo ein sattes Plus von 24 Prozent verzeichnet wurde. Den größten Teil des Schuldenstandes bei Privatpersonen machen Verbindlichkeiten bei Banken und Leasingfirmen aus. Das oft zitierte Handy spielt hingegen eine deutlich untergeordnete Rolle.

"Erst die deutlich positiven Signale der Wirtschaft ab etwa der zweiten Hälfte 2010 haben ein Anspringen der Anträge auf Entschuldung bewirken können. Denn es bedarf nicht nur eines regelmäßigen Einkommens, sondern auch sehr viel an Kraft und Durchhaltevermögen für einen Schuldner, über einen Zeitraum von fünf bis sieben Jahren Jahren seinen Gläubigern eine Quote anzubieten und regelmäßige Zahlungen zu leisten", so Hans-Georg Kantner vom KSV1870 am Dienstag vor Journalisten. Der Gesamtbetrag der privaten Schulden zum Halbjahr 2011 belief sich auf 564 Mio. Euro, was einen nur geringfügigen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr darstellt.

Der Durchschnittsbetrag der Schulden "echter Privater" betrug 55.000 Euro, ehemalige Unternehmer haben hingegen im Schnitt 230.000 Euro an Verbindlichkeiten angehäuft. Wobei Städter für Schulden anfälliger sind als die Landbevölkerung, was Kantner auch auf die höhere Zahl an Finanzdienstleistern in urbanen Gegenden zurückführt. Der Privatkonkurs, der vor 15 Jahren eingeführt wurde, habe sich jedenfalls voll bewährt, betonte Kantner. Und der Bedarf nach diesem Entschuldungsinstrument werde auch in den nächsten Jahren groß sein, ein nachhaltiger Rückgang der Privatpleiten wird vom KSV nicht erwartet. Derzeit sind in Österreich 120.000 bis 150.000 Private in Insolvenz.

Bei den Unternehmen mussten im im ersten Halbjahr 2011 über 1.672 Insolvenz anmelden - ein Minus von drei Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2010. Betroffen waren davon rund 10.300 Dienstnehmer (minus 5,5 Prozent). Wobei nur jene Firmen diese Chance auf einen Neustart nuten können, bei denen noch Substanz vorhanden ist. Der KSV sieht den Gesetzeber dringend gefordert, bei Gesellschaften mit beschränkter Haftung für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Denn Pläne, Gesellschafter mit einem Anteil von über 25 Prozent bei der Sanierung zur Kasse zu bitten, wurden von der Regierung zuletzt wieder fallen gelassen. Dabei hätten die Gesellschafter zuvor über Jahre - rechtmäßig oder möglicherweise auch unrechtmäßig - Profit aus der Unternehmensbeteiligung gezogen.

Beim Ausblick gibt sich der Kreditschutzverband zurückhaltend. Entscheidend sei die Zinspolitik der Banken. Derzeit würden die Unternehmen von den historisch niedrigen Zinsen profitieren, mit einer Anhebung des Zinsniveaus sei aber zu rechnen. "In den letzten zweieinhalb Jahren haben sich die österreichischen Geschäftsbanken massiv antizyklisch verhalten: Sie haben, wo es irgendwie argumentiert werden konnte, ihren Kunden liquiditätsmäßig unter die Arme gegriffen. Erfahrungsgemäß beenden die Banken im Angesicht des Aufschwunges dieses antizyklische Verhalten, sodass der KSV1870 nicht damit rechnet, dass die Insolvenzzahlen bald deutlich sinken werden; es ist vielmehr mit einem Stagnieren auf hohem Niveau zu rechnen, so die Schätzung von Kantner.

Hauptauslöser für Firmenpleiten sind innerbetriebliche Mängel. Sie machten vor zwanzig Jahren noch ein Drittel aller Fälle aus, mittlerweile sind es 44 Prozent. Hingegen gab es einen starken Rückgang beim persönlichen Verschulden. Hier ging der Anteil von 17 auf 6 Prozent zurück. "Vor allem bei Familienbetrieben kommt es häufig vor, dass schwierige Zeiten zu internen Spannungen und Zerwürfnissen führen. Sachbezogene Diskussionen fallen dann besonders schwer, da persönliche Motive und Emotionen einen hohen Stellenwert einnehmen", so Kantners Erfahrung.