Erstellt am 27. April 2012, 10:55

Privatinsolvenzen um 4,7 Prozent gestiegen. 2.831 Menschen in Österreich waren im ersten Quartal 2012 offiziell zahlungsunfähig - damit ist die Anzahl der Privatinsolvenzen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 4,7 Prozent gestiegen.

Die Anzahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren stieg laut Creditforum um 6,8 Prozent auf 2.551. Die mangels Vermögen zurückgewiesenen Insolvenzanträge sank um 11,4 Prozent auf 280 Verfahren.

Ein Drittel der Insolvenzen ist wie bisher auf gescheiterte Selbstständigkeit zurückzuführen. Hauptgläubiger sind Banken und Telekommunikationsunternehmen. Die durchschnittliche Verschuldung beträgt rund 70.000 Euro.

Nach Bundesländern betrachtet gibt es die meisten Privatpleiten in Wien, und zwar nicht nur in absoluten Zahlen sondern auch relativ. 40 Prozent aller Privatinsolvenzverfahren in Österreich finden in Wien statt. Mehr als 8 von 10.000 erwachsenen Wienern wurden insolvent. Österreichweit wurden hingegen rund vier von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig. Die stärkste Zunahme gab es im ersten Quartal allerdings im Burgenland (plus 22,5 Prozent), in Niederösterreich (plus 13,2 Prozent) und in Vorarlberg (plus 11,0 Prozent). Nur in Salzburg (minus 22,7 Prozent) und in der Steiermark (minius 10,2 Prozent) sind die Privatinsolvenzen gesunken.

Die 1995 eingeführte Möglichkeit zu Entschuldung von Privatpersonen hat sich nach Ansicht der Wirtschaftsauskunftei Creditreform als Erfolg erwiesen. Die angedachten Änderungen im Privatinsolvenzrecht, nämlich eine Senkung der Mindestquote und eine Verkürzung der Abschöpfungfrist, lehnt Creditreform ab.