Erstellt am 06. November 2013, 12:23

Privatvorsorge immer wichtiger, aber bedingt leistbar. Private Altersvorsorge wird angesichts des immer angespannteren staatlichen Pensionssystems immer wichtiger, ist aber für Bezieher niedriger Einkommen oft gar nicht leistbar.

Hier sollte die Sozialpolitik einspringen - alle, die sich selbst eine Lebensversicherung leisten könnten, sollten aber möglichst früh damit beginnen, lautet die Empfehlung der Generali Österreich.

"Konsumverzicht" und Privatvorsorge für Besserverdiener?

Sie möchte künftig in der privaten und betrieblichen Vorsorge noch mehr und noch flexiblere Produkte anbieten und sieht sich mit 3,4 Prozent Gesamtverzinsung in der klassischen Lebensversicherung überdurchschnittlich gut am Markt positioniert. Die aktuelle Niedrigzins-Phase sei für die Lebensversicherer zwar hart, das Modell an sich sei aber in Österreich keinesfalls gefährdet, da es hier anders funktioniere als in Deutschland, wird betont.

Die Besserverdiener sollten angesichts der weiter rückläufigen Leistungen aus der ersten, gesetzlichen Pensionssäule über einen "Konsumverzicht" in ihrer aktiven Berufszeit nachdenken und privat vorsorgen, rät Vertriebsvorstand Harald Steirer.

Rückläufige Sparquote kontraproduktiv für die Altersabsicherung

Dennoch sollte die Politik auch jene, die genügend verdienen, um sich eine Vorsorge leisten könnten, gezielt dazu "animieren", etwa auch über Steuern. Die Sparquote sei in Österreich nämlich noch immer rückläufig, das sei jedoch kontraproduktiv für die Altersabsicherung.

Hier weiter zu fördern, müsse ein volkswirtschaftliches und sozialpolitisches Anliegen sein, so Generali-Österreich-Chef Peter Thirring. Für Menschen, die nur 1.200 Euro oder weniger verdienen monatlich, stelle sich natürlich die Frage, wie die privat vorsorgen könnten, so Steirer, da müsse politisch etwas zu deren Entlastung getan werden.

"Unternehmen besser aufgestellt als die Anbieter in Deutschland"

Dass die staatliche Grundpension weiter sinken werde, stehe angesichts der stetig zunehmenden Lebenserwartung bei zugleich nicht steigenden Berufs-, also Beitragsjahren außer Frage.

Damit der Bundesbeitrag zu den Pensionen von 6,8 Mrd. im Jahr 2010 nicht bis 2035 auf das Dreifache klettert, wie dies droht - gemessen am BIP wären das dann 5 statt 2,5 Prozent -, werde schon die neue Regierung in den nächsten Jahren eine Reihe von Pensionsreformen beschließen, ist Steirer überzeugt.

Das System der Lebensversicherung sei in Österreich auch durch die derzeit niedrigen Zinsen bei Veranlagungen nicht gefährdet. Der von der Finanzmarktaufsicht (FMA) vorgegebene höchstzulässige Zinssatz von 1,75 Prozent p.a. für LV-Polizzen sei "sehr gut leistbar" und für die Branche "sehr gut verträglich", betonte Steirer vor österreichischen Journalisten in Prag. "Kein Unternehmen hat hier Probleme mit der Finanzierung, wir sind besser aufgestellt als die Anbieter in Deutschland."

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